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Goldene Ernte

Doppeltes Wein-Jubiläum bei Albert Seibold

Noch bevor Albert Seibold vor 30 Jahren seinen ersten Weinberg kaufte, hatte er schon den passenden Keller gebaut: 30 Stufen geht es hinunter in die Schatzkammer des Unterjesinger Winzers. „Wein können Sie nicht im Souterrain aufbewahren“, sagt er, „der braucht eine konstante Temperatur.“

09.09.2010

So lagern die Schätze des 74-Jährigen sommers wie winters bei 12 Grad im Stahltank. Und das ziemlich lange. „Vor zwei Jahren kommt mir keiner in die Flasche“, verrät Seibold eines seiner Erfolgsrezepte. Denn erfolgreich ist der gelernte Flaschnermeister, der seinen Betrieb vor fünf Jahren aufgab, auch im Weingeschäft. Erst kürzlich erhielt er vom Weinbauverband Baden Württemberg wieder Preismünzen für zwei seiner Weine: Eine silberne Münze gab es für die Spätburgunder Spätlese, Jahrgang 2008. Mit der 2007er Schwarzriesling Spätlese ergatterte Seibold in diesem Frühjahr sogar eine der selten vergebenen goldenen Preismünzen. Gold, so verrät Seibold, gab es in den 30 Jahren, in denen er nun schon Wein anbaut, erst zum dritten Mal.

Wie bestellt zum Doppeljubiläum sozusagen. Denn auch die Seiboldsche Besenwirtschaft feiert heuer einen runden Geburtstag: Zwanzig Jahre schenkt er seinen Wein schon an Gäste aus und serviert dazu ein herzhaftes Vesper. Dass es zehn Jahre gedauert hat, bevor aus dem Hobbywinzer auch ein Besenwirt wurde, erklärt Seibold mit der nötigen Reserve. Weil er seine Weine eben nicht als Jungspunde abfüllen und verkaufen mag, brauchte er einen entsprechenden Vorrat, bevor er mit dem Besen loslegte. Und im übrigen habe es auch eine Weile gebraucht, bevor er den Weinausbau im Keller gut beherrschte. „Bis Sie das mit der Kellerwirtschaft können, brauchen Sie fünf Jahre“, sagt er und lächelt verschmitzt. Schließlich wollte er seinen Gästen keinen Wein mit „Böckser“ auftischen, wie in Fachkreisen jene Fehltöne genannt werden, die einem beim Trinken von schlecht ausgebauten Weinen unangenehm faulig in die Nase steigen.

Wenn es nach Seibold geht, erlebt er auch noch sein 50. Jubiläum als Winzer. Schließlich hält die Arbeit im Weinberg jung, wie er findet: „Da muss ich nicht mit den Stöcken rumlaufen“, flachst er ein wenig in Richtung Nordic-Walker.

Doch jetzt ist erst einmal Besenzeit: vom kommenden Dienstag, 14. September, bis zum Samstag, 18. September, schenkt Seibold seine Weine am Baylerberg in Unterjesingen aus – auch die mit den Preismünzen. Aber nicht nur. Im Angebot sind auch einfachere Schoppenweine verschiedener Jahrgänge Was Weinliebhabern die Gelegenheit zum Vergleich gibt. Albert Seibolds Tipp für die Verkostung: bei der Karte „von oben anfangen, dann schmeckt man die Unterschiede“.

Uschi Hahn

Doppeltes Wein-Jubiläum bei Albert Seibold

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09.09.2010, 12:00 Uhr

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