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Dornstettens Künstlerin Eleonore Kötter überrascht mit einem neuen Buch
Weiteren Meilenstein gesetzt

Dornstettens Künstlerin Eleonore Kötter überrascht mit einem neuen Buch

Eleonore Kötter erstaunt. Mit 83 Jahren bringt sie ihr fünftes Buch heraus. Ein gewichtiges und ihr wichtiges Konvolut, das Bücherliebhaber und Kunstfreunde gleichermaßen erfreuen wird. Meine.Bunt.Sand.Stein.Welt ist das bibliophile Druckwerk betitelt. Jedes der 500 Exemplare ist von Hand nummeriert und signiert.

28.11.2015
  • DORIS WEGERHOFF

Dornstetten. Dezember-Galerie bei Eleonore Kötter. Pünktlich zum Advent öffnet die Künstlerin Atelier und Wohnung in der „Alten Vogtei“ in der Silbergasse 2. Kunstfreundinnen und Kunstfreunde sind eingeladen, das in mehr als 60 Jahren entstandene, in seiner Vielfalt erstaunende Werk zu betrachten, sich mit ihr darüber auszutauschen. Sie bekommen eine Ahnung von dem, was eine sensible Künstlerseele bewegt, und was sie Bild werdend auszudrücken vermag – mit Stift und Feder, mit Farbe, Schnittmesser, Druckstock.

Und dazu die große Überraschung: Ein neues Buch ist „geboren“. Ein langer und oft banger Weg der Vorbereitung hat ein Ende gefunden, ein „glückliches Ende“, wie die Künstlerin selbst meint, und wie sie es aus dem Echo derjenigen schließt, die sie dabei begleitet haben. Sichtlich erleichtert hält sie das gewichtige, 176 Seiten umfassende und in leuchtende Herbstlaubfarben gebundene Buch in Händen. Ein Stein scheint ihr vom Herzen gefallen zu sein. „Ein neuer Meilenstein ist gesetzt“, sagt sie.

Betitelt hat sie das Buch mit „Meine.Bunt.Sand.Stein.Welt“. Und in die wird der Leser – oder sollte man besser Betrachter sagen? – hineingeführt. Denn natürlich ist ein Buch von einer Malerin und Grafikerin kein Lese-Buch im herkömmlichen Sinne.

Eleonore Kötter hat sich nicht auf das Feld der Autoren begeben, unternimmt allenfalls ab und an kurze Ausflüge in die poetische Welt der Buchstaben. Dennoch ist das Buch ein Lese-Buch. Denn was kann nicht alles herausgelesen werden aus den hierin abgedruckten Linolschnitten, den Aquarellen, den Farbschichtbildern, den Tusche- und Federzeichnungen, den Holzschnitten und Siebdrucken. Da tut sich ein ganzer Kosmos auf! Und wer sich von Eleonore Kötter mitnehmen lässt in ihre Buntsandsteinwelt, wird stimuliert und im Sehen, Fühlen und Denken geschärft. Somit kann das Buch zum Wegbegleiter werden wie der Meilenstein am Wegesrand.

In dem bibliophilen Druckwerk sind – wie könnte es anders sein – viele bekannte, aber auch weniger bekannte, auf heimischen Buntsandstein gegründete „Hauslandschaften“ in der typisch Kötter’schen Machart zu finden. Häuser zu dokumentieren, die fortschreitend dahinschwindende Schwarzwaldarchitektur vor dem Vergessen zu bewahren, ihre Schönheit und Unverwechselbarkeit vor Augen zu führen – das ist ihr Herzensangelegenheit, das sieht sie geradezu als Aufgabe.

Trotz kraftvollem Schwarz-Weiß kommen diese Häuserportraits und Hauslandschaften nicht grob oder derb daher. Ihnen wohnt ein Zauber inne, dem sich kaum jemand zu entziehen vermag. „Wenn sie einen Mauerriss malt, den Zerfall bannt, schwingt die Geschichte des Hauses mit, wird zeitlicher Hintergrund erahnbar, wird nichts aufgedrängt, nichts behauptet, wird nur hingedeutet, gezeigt, wird deutlich, dass es ihr über das Wahrnehmbare hinaus um das Geheimnis im Sichtbaren geht“, hat Walle Sayer, der Horber Lyriker und Erzähler, so treffend formuliert. Auch das ist in dem Buch nachzulesen.

So sehr der heimische Buntsandstein die Künstlerin auch fasziniert und herausfordert, er ist ihr auch „ein beruhigter Stand-Ort als Aussichtsturm. Die Aussicht in die Natur der Felder und Wälder ist Nähe. Aber die Sicht geht gleicherweise in die Ferne, grenzenlos“, sagt sie. Und so sind in dem Buch Eindrücke, Erlebnisse und Begegnungen bildhaft festgehalten, die weit über Dornstetten, den Kreis Freudenstadt und Baden-Württemberg hinweg reichen – bis nach Frankreich, Italien, in den Osten Deutschlands, nach Polen und Russland.

Eine wunderbare Kohlezeichnung vom Pariser Eiffelturm gibt es zu entdecken oder Bilder der Insel Ischia, „wo Palmen tanzen können“, oder auch ausdrucksstarke Aquarelle, die nach der Russlandreise entstanden.

Von der Fülle des Sichtbaren wird der Leser in die Fülle des Unsichtbaren geführt. Mit „Nach innen – Inbilder“ ist dieses Kapitel überschrieben. „Außen und innen, bei Eleonore Kötter kristallisiert es, nimmt Gestalt an, mit kühler Distanz und mit liebender Hingabe und in leise atmender Ruhe“, formulierte Lore Lehmann einst für eine Ausstellungseröffnung. Zu nennen wären da beispielsweise die Farbschichtbilder „Senkrechter Lichtstrahl“, „Aufbruch“ oder „Losgelöst“.

Deutlicher als die vier Vorläufer – Meine Orte, meine Wege; Grenzenlos; Meine sieben Bäume; Fließende, wandelnde Welt – Wasser; - zeigt dieses neue Buch auf, wie gefüllt und erfüllt ein (Künstler-)Leben sein kann. Ob die ebenfalls abgedruckten Fotos, Ansprachen, Presseartikel, Rezensionen und Verweise das Buch bereichern, mag jeder selbst entscheiden.

Info Die Dezember-Galerie „Bilder. Bücher. Begegnung“ in der Alten Vogtei, Silbergasse 2, Dornstetten, ist ab heute bis Sonntag, 20. Dezember, täglich von 15 bis 18 Uhr geöffnet. Hier kann auch das neue Buch „Meine.Bunt.Sand.Stein.Welt“ eingesehen und erworben werden

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28.11.2015, 01:00 Uhr

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