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Artensterben

Dramatischer Rückgang: Tiere verschwinden von der Erde

Der WWF warnt: Die Menschheit verbraucht zu viele Ressourcen, für Wirbeltiere ist immer weniger Platz – auch in Deutschland zeigen sich die Folgen.

28.10.2016

Von DPA

Berlin. Bei so mancher Zahl müssen selbst Naturschützer, die oftmals schlechte Nachrichten überbringen, schlucken: Die Bestände der Tiere in Flüssen und Seen sind weltweit im Schnitt um 81 Prozent zurückgegangen. Viel, viel weniger Reptilien, Amphibien und Fische tummeln sich dort als noch in den 70er Jahren. „Das ist auch für eine Umweltorganisation ein erschreckender und überraschend gravierender Wert“, sagte Christoph Heinrich aus dem Vorstand der Umweltstiftung WWF.

Doch auch in Deutschland liegt vieles im Argen, wie aus dem „Living Planet Report 2016“ des WWF hervorgeht, den Heinrich in Berlin vorstellte. Es ist eine Art Fieberkurve zum Zustand der Lebensräume auf der Erde. Fazit: Das Fieber steigt weiter. „Wir können ziemlich genau nachweisen, dass die Menschheit eigentlich seit den 70er Jahren den Planeten deutlich übernutzt“, sagte Heinrich.

Das hat nicht nur Folgen für entfernte Korallenriffe, sondern auch vor der eigenen Haustür: Rebhuhn und Kiebitz etwa seien enorm selten geworden, sagt Heinrich. Im Report wurden weltweit Bestände von mehr als 14?000 Wirbeltierarten untersucht – im Schnitt sind die Bestände zwischen 1970 und 2012 um knapp 60 Prozent geschrumpft. Vor allem, weil die Lebensräume schwinden oder sich verschlechtern.

Wie der Bericht zeigt, verbraucht die Menschheit pro Jahr nicht die Ressourcen einer Erde, sondern rechnerisch von 1,6 Erden. Zum Beispiel wird mehr Holz aus den Wäldern geholt als nachwachsen kann. 2030 wären laut Bericht bereits zwei Erden nötig, um den jährlichen Bedarf an Nahrung, Wasser und Energie zu decken.

Ein bewussterer Umgang mit Ressourcen müsse ganz oben auf der Agenda der Politik stehen, fordert der WWF. Und will nicht etwa Steuern auf bestimmte Produkte erhöhen – vielmehr müsse die Herkunft von Produkten auf den Prüfstand: „Die Regierung muss die Wirtschaft an den Tisch holen, um über nachhaltige Lieferketten zu sprechen“, sagte Heinrich. dpa

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Erstellt:
28. Oktober 2016, 06:00 Uhr
Aktualisiert:
28. Oktober 2016, 06:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 28. Oktober 2016, 06:00 Uhr

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