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Drei Bewerber um die Landtagskandidatur stellten sich den Mitgliedern der Partei vor
Speed-Dating bei den Grünen

Drei Bewerber um die Landtagskandidatur stellten sich den Mitgliedern der Partei vor

Für Daniel Lede Abal ist es keine Frage: Ministerpräsident Winfried Kretschmann ist der stärkste Trumpf der Grünen im Wahlkampf. Die Mitbewerber des Abgeordneten setzen besonders auf eine „Politik des Gehörtwerdens“. Am Mittwoch ließen sich die drei von ihren Tübinger Parteifreunden befragen.

22.05.2015
  • Renate Angstmann-Koch

Tübingen. Daniel Lede Abal will im März 2016 zum zweiten Mal in den Landtag gewählt werden. Die 30-jährige Agrarwissenschaftlerin Cordula Rutz und der 22-jährige Politikstudent Sebastian Mann bewerben sich als Kandidaten bei den Wahlkreisgrünen. Dennoch wirkten die drei, die sich bereits in Rottenburg zusammen vorgestellt hatten, bei ihrem zweiten Auftritt am Mittwochabend im Tübinger Gemeindehaus Lamm mit ihrem freundlichen Umgangston eher als Team denn als Konkurrenten.

Kleine Akzentunterschiede – in diesem Fall stärkere oder schwächere Wirtschaftsfreundlichkeit – zeigten sich bei Themen wie TTIP: Sebastian Mann hat im Studium gelernt, „dass Handel immer gut ist“, während Lede Abal und Rutz das geplante Freihandelsabkommen mit Schiedsgerichten klar ablehnen.

Ungefährt 35 Parteimitglieder waren zu der Versammlung gekommen. „Ich brenne für grüne Politik.“ Mit diesen Worten stellte sich die Kreisrätin und frühere Tübinger Gemeinderätin Cordula Rutz vor. Im Landtag reizten sie Themen wie Umwelt- und Naturschutz oder ländlicher Raum. Die Mutter zweier Kinder will aber auch auf Feldern wie Familienpolitik, Betreuung, Partizipation und Teilhabe ihre berufliche und politische Kompetenz einbringen.

„Mir macht Politik unglaublich viel Spaß“, bekannte Sebastian Mann, der sich bei den Tübinger Grünen im Kommunalwahl- und OB-Wahlkampf für Boris Palmer engagiert hat. Er berichtete, wie er zu Hause in Leonberg an der Schule zum „Energiesparminister“ und später als Schülersprecher gewählt wurde: „Politik liegt mir.“ Eher „unschöne Szenen“ habe er dagegen bei der Auseinandersetzung um die Laborversuche mit Affen in Tübingen erlebt. Dennoch: Er sei „total von Politik begeistert“.

„Mich hat politisch vor allem die Erfahrung der Wende geprägt“, sagte Daniel Lede Abal. Es habe ihn beeindruckt, dass Menschen für ihre Rechte auf die Straße gehen, und erschreckt, dass es mit den rassistischen Übergriffen der neunziger Jahre auf Wohnheime von Ausländern auch eine Kehrseite gab. Der damalige Asylkompromiss trug ebenfalls zur Politisierung des heute 38-Jährigen bei. Den erst vor kurzem geschlossenen über die sicheren Herkunftsländer lehnt er ab.

Moderatorin Viktoria Kruse stellte den Bewerbern in der Art eines „Speed-Dating“ fürs schnelle Kennenlernen sechs Fragen. So war zu erfahren, dass Sebastian Mann vor allem junge Wähler gewinnen will. Lede Abal hält die Bildungs- und Verkehrspolitik für das wichtigste Wahlkampfthema, will persönlich aber auch die Flüchtlingspolitik einbringen. Rutz will Teilhabe, Bildungs- und Chancengerechtigkeit in den Mittelpunkt stellen, ebenso ökologische Themen.

Wenn er wieder in den Landtag kommt, will Lede Abal mehr Transparenz und Kontrolle bei den Sicherheitsbehörden und auch sonst auf allen Ebenen durchsetzen. Auch der Justizvollzug müsse verbessert und Resozialisierung in den Vordergrund gerückt werden. Rutz will sich für die Ökologisierung der Landwirtschaft stark machen. Sie hob hervor, dass es nun erstmals nachvollziehbare Kriterien für die Anmeldung von Straßenbauvorhaben des Landes zum Bundesverkehrswegeplan gebe. Mann will die „Bürgergesellschaft ernst nehmen“, für direkte Demokratie und eine Senkung des Wahlalters auf 16 Jahre eintreten. Außerdem hat er die Idee, eine Sharing-Plattform zu schaffen, wie es sie unter Studierenden schon gebe: Nicht jeder brauche einen eigenen Rasenmäher oder ein Schlagbohrmaschine im Keller.

Archivbilder

Drei Bewerber um die Landtagskandidatur stellten sich den Mitgliedern der Partei vor

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22.05.2015, 12:00 Uhr

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