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Ibis-Styles-Hotel kommt - itdesign bleibt

Drei Gebäude entstehen auf dem Foyer-Gelände

Das Foyer-Gelände an der Friedrichstraße hat eine Zukunft. Drei Bauten werden dort von 2015 bis 2016 entstehen. 20 Millionen Euro werden investiert. Die Verträge für ein Hotel, ein Bürohaus der Tübinger Firma itdesign und ein weiteres Gebäude sind unterzeichnet.

26.07.2014
  • Gernot Stegert

Tübingen. Oberbürgermeister Boris Palmer griff gestern zu feierlichen Worten, als er mit den Beteiligten die Pläne für das Foyer-Gelände vorstellte: „Es ist ein Ereignis, auf das Tübingen lange gewartet hat.“ Er erinnerte an die Vision eines Konzertsaals, die in einer Ruine endete. Zwischenzeitlich habe „das Großkapital der Welt“ in Form einer US-Bank das Grundstück in einem Immobilienpaket erworben. Vor drei Jahren dann habe es die Stadt abgekauft, teuer und für mehr Geld als jetzt bei der Weiterveräußerung. Doch das sei immer noch besser, als am Innenstadteingang dauerhaft eine Ruine zu haben. Zudem würden die neuen Eigentümer der Stadt Gewerbesteuereinnahmen verschaffen.

Der OB erhofft sich einen dreifachen Fortschritt: Das Hotel werde Tübingen Gäste und Steuereinnahmen bringen. Den Bedarf für ein Hotel der Drei-Sterne-Kategorie habe eine Studie schließlich belegt. itdesign werde in Tübingen gehalten. Palmer dazu: „Der Blick in die Gewerbesteuerliste zeigt, dass solche Firmen Geld bringen.“Und die Stadtentwicklung werde gefördert. 150 Arbeitsplätze gebe es auf dem Foyer-Gelände. Und auch die Architektur aller drei Gebäude nannte der OB gut. Ausdrücklich lobte er die Arbeit von Uwe Wulfrath, Geschäftsführer der WIT.

Drei Gebäude entstehen auf dem Foyer-Gelände

Betreiben wird das Hotel die Stuttgarter Success Group, die seit 20 Jahren auf dem Markt ist und elf Hotels unter ihrer Regie führt. 300 Mitarbeiter sorgen für einen Umsatz von 31 Millionen Euro. Konzept ist, mit unterschiedlichen, jeweils zum Standort passenden Marken zusammenzuarbeiten. Für Tübingen soll es ein Ibis-Styles-Hotel sein. Geschäftsführer Manfred Friedrich sagte: „Tübingen braucht eine Marke.“ Es gebe zwar einige Hotels in der Stadt. Aber weltweit müsse man über eine Marke präsent sein, um Gäste anzulocken – ob über Portale oder Ibis selbst.

Friedrich ist sich sicher, dass es keinen Verdrängungswettbewerb geben wird, den manche Tübinger Hotelbetreiber fürchten. „Belegungsstatistiken an anderen Standorten zeigen, dass wir zusätzliche Gäste anziehen.“ Die Kategorie ist im Bereich von drei Sternen und geht nicht mehr wie frühere Entwürfe Richtung vier Sterne. Dazu passt auch die Preisgestaltung. Der Nettopreis je Zimmer werde im Durchschnitt 60 bis 70 Euro inklusive Frühstücksbuffet betragen, erklärte Friedrich. Wenngleich für die Branche gelte: „Es gibt keine festen Preise mehr. Sie wechseln ständig, je nach Marktlage.“

In Tübingen entsteht laut Friedrich das sechste Ibis-Styles-Hotel der Success Group. Diese Marke sei moderner und nicht standardisiert wie ein traditionelles Ibis-Haus. In Tübingen werde es 127 Zimmer geben, davon zwei barrierefreie. Zehn Familienzimmer werden eingerichtet, teilweise durch eine Zwischentür. Das Haus werde kein Tagungshotel sein, erläuterte Marketing-Chef Matthias Wohlgemuth. Aber eine Suite im obersten siebten Stockwerk könne auch als Tagungsraum genutzt werden. Im Erdgeschoss ist weiterhin Richtung Stadt ein Restaurant vorgesehen – offen für alle, aber vorwiegend für Hotelgäste. In der Umgebung gebe es ja bereits viel Gastronomie, sagte Friedrich.

„An so einem Standort darf man keinen Standard planen“, meinte Architekt Jörg Aldinger. Das Hotel habe die gleiche Höhe wie der Blaue Turm gegenüber. Beide sollen keine Zwillinge, aber doch „entfernte Cousins“ sein. Aldinger sprach von einer „Zeitlosigkeit der Architektur“ und „klassischen Fassadengliederung“ mit Sockel, Etagen und Dachgeschoss. Auflockerung erhofft sich der Architekt von einem beigegrauen Putz, der quer gekämmt werden soll, und von weißen Fenstereinfassungen. Schließlich nehme ein Knick den Schwung der Friedrichstraße auf.

Gegenüber den ursprünglichen Entwürfen wurde abgespeckt. Die Grundfläche ist verringert, die Zimmer sind kleiner (durchschnittlich rund 20 Quadratmeter groß), auf bodentiefe Fenster wurde verzichtet, die Putz-Fassade ist günstiger. Auch wird es keine Bar im Dachgeschoss geben. Dennoch belaufen sich die Kosten auf rund 10 Millionen Euro.

Investor Oliver Wilm freute sich, dass innerhalb eines Jahres Kauf-, Miet-, Kredit-, und Architektenvertrag unterzeichnet worden seien. Wegen des geringen Platzes auf 1000 Quadratmetern Grundfläche sei der Standort schwierig, aber aufgrund seiner Lage „super“: „Es ist kein ganz einfaches Hotelprodukt mit besten Renditen.“ Aber er stimmte Palmer zu. Der hatte kurz zuvor gesagt: „Es wird nicht mehr heißen: Es geht bei der Ruine rechts in die Altstadt, sondern: Es geht beim Hotel rechts in die Altstadt.“

Das Foyer-Gelände wird weniger dicht bebaut als einst geplant:
  • das Hotel mit einer Bruttogeschossflächenzahl von 6000 Quadratmetern auf neun Etagen, davon zwei Untergeschosse.
  • >das Bürohaus der Firma itdesign mit einer Bruttogeschossflächenzahl von 3000 Quadratmetern auf sieben Etagen, davon zwei im Untergeschoss.
  • >ein drittes Gebäude mit Mischnutzung von Wohnen und einer Sprachschule (Wulfrath sprach vom „Weißen Turm“) mit einer Bruttogeschossflächenzahl von knapp 3000 Quadratmetern auf sechs Etagen, davon zwei im Untergeschoss.
In allen Gebäuden werden je 20 Tiefgaragenplätze eingerichtet, zu erreichen über die Schaffhausenstraße. itdesign-Chef Jörg Leute bekannte sich zum Standort Tübingen. Seine Firma für IT-Dienstleistungen und -Produkte habe 80 Mitarbeiter und wolle weiter deutlich wachsen. Noch sei man in Tübingen auf mehrere Gebäude verstreut. Mit dem Neubau „ist für uns der Plan B vom Tisch, dass wir uns auf zwei Standorte Tübingen und Stuttgart verteilen“.
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26.07.2014, 12:00 Uhr

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