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Justiz

Drei Jahre Haft für Altenpflegerin

Das Landgericht Ulm ahndet sexuellen Missbrauch und Körperverletzung in einem Göppinger Pflegeheim.

15.10.2019

Von BERND RINDLE (MIT DPA)

Die Angeklagte mit ihrem Anwalt Achim Wizemann. Foto: Miriam Steinruecken/dpa

Ulm. Das Landgericht Ulm hat eine 47-jährige Altenpflegerin zu drei Jahren Gefängnis verurteilt. Es befand sie für schuldig, in einem Göppinger Pflegeheim Bewohner vergewaltigt, sexuell missbraucht, dabei verletzt und die Taten fotografiert, gefilmt und via Handy weitergegeben zu haben.

Das Handyvideo sowie Fotos von vier weiteren, halbnackten Heimbewohnern hatte die Deutsche an einen Mann geschickt, den sie zuvor in einem Online-Chat kennengelernt hatte. Er lieferte ihr im Gegenzug kinderpornografisches Material.

Verurteilt wurde die Frau unter anderem wegen Vergewaltigung, sexueller Nötigung und vorsätzlicher Körperverletzung. Ein Pflegeheim sei „eine Einrichtung, auf die alle vertrauen“, sagte der Vorsitzende Richter Wolfgang Fischer. „Darum muss die Strafe deutlich ausfallen.“ Aber man wolle der Angeklagten auch „nicht alle Lebensperspektiven nehmen“.

Die Staatsanwaltschaft hatte vier Jahre Haft gefordert, die Verteidigung eine Bewährungsstrafe. Die Übergriffe ereigneten sich zwischen August und Oktober 2017.

Laut dem Urteil hatte die Altenpflegerin ihre sexuellen Übergriffe auch dann noch fortgesetzt, als eines ihrer Opfer Schmerzen äußerte. Strafmildernd wirkten sich die schwierigen Lebensumstände der Frau aus: erst die Trennung von ihrem Mann, dann der Tod der Mutter, schließlich selbst ein Schlaganfall und das gemeinsame Haus kurz vor der Zwangsversteigerung.

In dieser Situation lernte die Angeklagte ihren Chat-Partner über eine Online-Partnerbörse kennen. Er würde sich finanziell um sie kümmern, glaubte sie. Im Gegenzug musste sie seine Aufträge erfüllen. Dazu gehörte auch die Beschaffung der pornografischen Bilder im Pflegeheim. Aufgrund ihrer „emotionalen Abhängigkeit, ja Hörigkeit“, so Fischer, habe sie die Anweisungen ihres Bekannten befolgt.

Der 37-jährige Mann aus Ellwagen muss sich von Mitte November an vor dem Landgericht Tübingen verantworten. Er soll weitere Frauen angestiftet haben, pornografische Handyfilme zu beschaffen. Bernd Rindle (mit dpa)

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Erstellt:
15. Oktober 2019, 06:00 Uhr
Aktualisiert:
15. Oktober 2019, 06:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 15. Oktober 2019, 06:00 Uhr

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