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Auf Sau- und auf Preisjagd

Drei Regionalfilme haben es ins Mundartfilm-Finale um den Sebastian-Blau-Preis geschafft

Den Sebastian-Blau-Preis für schwäbische Mundart bekommt in diesem Jahr zum ersten Mal ein Filmemacher. Für die Endrunde, die im Oktober im Rottenburger Waldhorn-Kino ausgetragen wird, haben sich sechs Filme qualifiziert, darunter drei mit Bezug zur Neckar/Alb-Region.

29.09.2014
  • Klaus-Peter Eichele

Kreis Tübingen. Der mit insgesamt 7250 Euro dotierte Preis, der laut Ausschreibung „das Bewusstsein für den Wert des Dialekts in der Öffentlichkeit schärfen und stärken“ soll, wird seit 2002 alle zwei Jahre verliehen. Bisher ging die Auszeichnung an Buchautoren (Bernd Merkle), Kabarettisten (Ernst und Heinrich) und Liedermacher (Thomas Felder). Nun kommen erstmals die Macher von Kurzfilmen, in denen schwäbisch geschwätzt (oder gesungen) wird, zum Zug – was angesichts des Booms schwäbisch mundartlicher Filme in Kino („Die Kirche bleibt im Dorf“, „Global Player“) und Fernsehen („Laible und Frisch“) kein Wunder ist.

So gab es dann auch 48 Einreichungen, aus denen der veranstaltende Verein schwäbische mund.art sechs fürs Finale ausgewählt hat: „Werke unterschiedlichster Machart vom witzigen Musikvideo über die anrührende Dokumentation bis hin zu Filmdialogen mit philosophischem Tiefgang“, so dessen Vorsitzender Wolfgang Wulz.

Mit letzteren meint Wulz den auf der Albhochfläche bei Melchingen gedrehten Beitrag des Stuttgarter Regisseurs Karl Stefan Röser, eine 15-minütige Kurzversion der 2004 am Theater Lindenhof uraufgeführen schwarzen Komödie „Waidmannsheil“ von Susanne Hinkelbein. Wie auf der Bühne spielen auch im Film Berthold Biesinger und Gerd Plankenhorn zwei Jäger. Weil ihnen vorerst keine Sau vor die Flinte läuft, vertreiben sie sich die Zeit mit Gesprächen, die vom Alltäglichen übers Absurde ins finster Philosophische („Sofern noch irgendeiner läbt außer dir, bischd du Jäger und Gejagter“) driften. Das Beklemmende der Dialoge wird von den Bildern des „Die tiefe Stimme der Natur“ betitelten Films noch akzentuiert: So tragen die Protagonisten statt Waidmannskluft schwarze Anzüge à la „Reservoir Dogs“; die karge und menschenleere Landschaft, in der sie agieren, hat beinahe etwas Postapokalyptisches.

Vertraut Röser vorwiegend aufs gesprochene Wort, so setzen die beiden anderen regionalen Beiträge auf die Musik. „Drahtesel-Cowboys“ ist ein in Stop-Motion-Technik gefertigter Trickfilm-Clip zum gleichnamigen Lied der Rottenburger Mundart-Band Subber Sach über Freud und Leid des Radlers. In „I ben Bäcker“, einem Ableger der in Bad Urach gedrehten Fernsehserie „Laible und Frisch“, rappt Matthias Dietrich ironisch ein Hoch aufs Bäckerhandwerk. Die drei anderen nominierten Filme stammen aus Ludwigsburg, dem Remstal und Zürich. Bei der Endrunde am 18. Oktober im Rottenburger Waldhorn-Kino kürt sowohl eine Jury als auch das Publikum einen Sieger.

Drei Regionalfilme haben es ins Mundartfilm-Finale um den Sebastian-Blau-Preis geschafft
„Waidmannsheil“ mit Gerd Plankenhorn und Berthold Biesinger: Erst auf der Bühne, jetzt auf der Leinwand.Bild: Verleih

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29.09.2014, 12:00 Uhr

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