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Raus aus der Stagnation

Dreispringerin Elina Sterzing plant den großen Sprung

Bislang läuft die Saison eher mau – am Sonntag will es Elina Sterzing aber wissen. Die Tübinger Dreispringerin strebt bei der Deutschen Meisterschaft in Nürnberg eine neue persönliche Bestweite an.

23.07.2015
  • Fabian Renz

Tübingen. 13,27 Meter, 13,19 Meter, 13,12 Meter – die Weiten, welche die Tübinger Dreispringerin Elina Sterzing bei Wettkämpfen in den letzten Monaten erreicht hat, klingen nach großer Konstanz. Tatsächlich liegt sie damit jedoch weit hinter ihren Erwartungen zurück. „Die Saison läuft noch nicht so wie gewünscht“, sagt die 23-Jährige. „Mein Trainer und ich trauen mir deutlich mehr zu.“ Tatsächlich liegt Sterzing mit diesen Weiten sogar noch hinter ihrer persönlichen Bestleistung von 13,29 Meter – und die hat sie bereits 2013 aufgestellt.

Was sind die Gründe für diese Stagnation? Ohne sich rausreden zu wollen, verweist die Studentin auf ihr häufiges Pech: immer wieder Gegen- oder Seitenwind, zu frühe oder zu späte Absprünge, Wadenkrämpfe. „Es ist richtig deprimierend, wenn man sich jedes Mal sagt: ‚Heute klappt es‘ – und es dann wieder nichts wird.“ Dass sie weiter springen kann, habe sie im Training schon manches Mal bewiesen, sagt sie. Und fügt schnell hinzu: „Aber ich muss es im Wettkampf zeigen!“ Die Gelegenheit dazu hat Sterzing am Sonntag bei den Deutschen Leichtathletik-Meisterschaften in Nürnberg. Das erklärte Ziel: „Ich will Bestweite springen.“

Auch im Nationaltrikot sprang Sterzing schon

Sterzing stammt aus dem Rottweiler Ortsteil Göllsdorf. Erst mit 13 begann sie mit der Leichtathletik, mit 18 spezialisierte sie sich auf den Dreisprung – den Reiz dieser Disziplin machte und macht für sie vor allem der hohe technische Anspruch aus. Schnell etablierte sie sich, holte 2011 Silber bei den deutschen Meisterschaften der Junioren. Vor drei Jahren zog sie nach Tübingen, begann ein Studium der Sportwissenschaft mit dem Profil Gesundheitsförderung.

Gleichzeitig fand sie mit Pfullingen einen neuen Trainingsort: Dort arbeitet Johannes Ferdinand, der als einer der besten Dreisprung-Lehrer der Region gilt. Nach wenigen Monaten schlug sich die Zusammenarbeit in besagter Bestweite wieder – die eine Verbesserung um ganze 80 Zentimeter ausmachte. Als Lohn durfte Sterzing 2013 bei der Europameisterschaft der Junioren erstmals im Nationaltrikot springen, in Tampere (Finnland) landete sie auf dem 10. Platz.

Mehr als zwei Mahlzeiten pro Tag sind nicht drin

Mittlerweile startet die Athletin offiziell für die LAV Stadtwerke Tübingen. Viermal die Woche geht’s zum Training nach Pfullingen, zwei Mal arbeitet sie an Tübinger Trainingsstätten an Fitness, Kraft und Technik. Dazu kommt das Bachelor-Studium. Für Freizeit bleibt da wenig Zeit, gibt Sterzing zu. „Ich richte ohnehin mein ganzes Leben nach dem Sport“, sagt sie. Das wirke sich vor allem auf die Ernährung aus – als Dreispringerin benötigt man eine kräftige Muskulatur und sollte dennoch ein geringes Gewicht mitbringen. „Ein schmaler Grat“, gibt Sterzing zu. Mehr als zwei Mahlzeiten pro Tag sind bei ihr nicht drin, eine davon besteht nur aus Salat.

So viele Opfer bringt nur, wer auch einen Ertrag hat. Sterzing hofft schon noch auf den großen Durchbruch im Dreisprung, plant aber auch ihr Leben abseits der Sportstätten: Nach ihrem Bachelorstudium möchte sie sich europaweit für Medizin bewerben – ein Traum, den die Arzttochter seit Jugendzeiten hat.

Zunächst einmal fokussiert sich Sterzing aber ganz auf Nürnberg. Die ersten beiden Plätze sind dort wohl für Springerinnen reserviert, die schon die 14-Meter-Marke geknackt haben. Aber bis Platz drei sei alles möglich, sagt Sterzing. „Ich hoffe einfach, dass ich das Pech, das ich bisher hatte, in Glück zurückbekomme.“ Eines wird ihr schon mal nicht in die Quere kommen: Da in Nürnberg in einem rundherum geschlossenen Fußballstation gesprungen wird, dürfte der Wind keine große Rolle spielen.

Dreispringerin Elina Sterzing plant den großen Sprung
Hofft auf den großen Sprung und das Ende der Stagnation in Nürnberg: Bei der deutschen Meisterschaft soll für die Dreispringerin Elina Sterzing endlich mal alles passen mit Wind, Anlauf und der Kraft in den Beinen.Archivbild: Ulmer

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23.07.2015, 12:00 Uhr

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