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Expansion

Dritte Ikea-Filiale noch in weiter Ferne

Der Konzern hält Ausschau nach Standort. Doch in Stuttgart bremst die Raumplanung.

15.11.2016
  • IGOR STEINLE

Stuttgart. Ikea wächst und wächst und hat seinen Umsatz in Deutschland auch im vergangenen Jahr steigern können. Nur in einem Bundesland will es mit dem Wachstum nicht so richtig vorangehen: Baden-Württemberg. Seit Jahren versucht der schwedische Möbelkonzern weitere Filialen im Land zu eröffnen. Doch sind in Stuttgart bisher alle Anläufe gescheitert.

Das hindert den Konzern nicht daran, weiterhin nach möglichen neuen Standorten in der Region Ausschau zu halten. „Wir sehen hier absolut Potenzial“, sagt Expansions-Sprecherin Chantal Gilsdorf auf Anfrage. Im Widerspruch zu Medienberichten gibt es allerdings noch keine Erfolge zu vermelden: „Es gibt weder Grundstücke, noch einen Zeitplan, noch konkrete Details.“ Bevor die bestehenden Märkte in Sindelfingen und Ludwigsburg jedoch an ihre Kapazitätsgrenze stoßen, würde man die Situation gerne mit einem neuen Einrichtungshaus entschärfen.

Der Grund für die schwierige Standortsuche in Stuttgart ist die strikte Position von Land und Kommune zur Genehmigung neuer Einkaufszentren oder Möbelhäuser in Außenbezirken. „Wir wollen die Qualität unserer Innenstädte aufrecht erhalten“, sagt Chef-Regionalplaner Thomas Kiwitt dazu. „Alle können ihren Euro nur einmal ausgeben. Wenn der Umsatz auf die grüne Wiese geht, fehlt er in den Innenstädten.“ Er verweist auf Beispiele in Ostdeutschland, wo es solche Regionalkonzepte nicht gebe und als Folge Innenstädte verödeten.

Der Konzern hält entgegen, dass laut einer Studie die Ulmer Innenstadt etwa sehr von seiner Ikea-Filiale profitiere. Kiwitt bezweifelt jedoch, dass man dieses Ergebnis auf den Stuttgarter Raum übertragen kann. Für ihn geht es um Grundsätzliches: „Wenn wir es Ikea erlauben würden, wie könnten wir es anderen dann noch verbieten?“

Ikea ist an einem innenstadtnahen Standort deswegen gezwungen, sein Randsortiment auf höchstens 350 Quadratmeter oder zehn Prozent der Gesamtverkaufsfläche zu beschränken. Zu klein für eine Ikea-Markthalle. Würde man sich weiter draußen ansiedeln, müsste die Größe des Ladens im Verhältnis zu der dort vorhandenen Kaufkraft stehen. Auch diese Regel hat dazu geführt, dass Ikea keine Filiale eröffnen konnte.

Da der Konzern sich wegen dieser Gesetzgebung gegängelt fühlt, hat er bereits vor Jahren Beschwerde bei der EU-Kommission wegen Verstoßes gegen die Niederlassungsfreiheit eingelegt. Der Ausgang der Beschwerde ist allerdings noch völlig offen. Bei einem Erfolg könnte sie jedoch zu einem Vertragsverletzungsverfahren gegen Deutschland vor dem Europäischen Gerichtshof führen. Igor Steinle

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15.11.2016, 06:00 Uhr

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