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Drogen in Fabrikhalle angebaut
Reiche Ernte: Ein Trio hat in Konstanz in einer Fabrikhalle Cannabispflanzen angebaut. Es ist laut Polizei der größte Fund seit 15 Jahren. Foto: dpa
Riesenplantage bei Konstanz - Drei Männer vor Gericht

Drogen in Fabrikhalle angebaut

Die Zahl von Cannabis-Plantagen in Deutschland wächst rasant. In einer Fabrikhalle in Tengen stößt die Polizei auf einen riesigen Marihuana-Anbau. Die mutmaßlichen Betreiber stehen nun vor Gericht.

13.04.2016
  • DPA

Konstanz/Tengen. Eine Cannabis-Plantage in einer solchen Größe hatten die Konstanzer Ermittler noch nicht gesehen. Auf einer Fläche von mehr als 300 Quadratmetern entdeckten die Ermittler im Herbst in einer ehemaligen Industriehalle in Tengen (Kreis Konstanz) mehr als 1000 Hanfkübel und 200 Pflanzenlampen. Drei mutmaßliche Betreiber der illegalen Zucht stehen seit gestern vor dem Landgericht in Konstanz. Zwei der drei Männer im Alter von 30 bis 49 Jahren sollen laut Anklage Marihuana angebaut und damit gehandelt haben. Außerdem soll einer von ihnen eine Schusswaffe bei sich gehabt haben. Bei Drogenhandel mit Waffen sieht das Gesetz eine Mindeststrafe von fünf Jahren vor. Der dritte Mann soll maßgeblich dabei geholfen haben, die gewaltige Plantage aufzubauen.

Fälle wie diesen aus dem kleinen Tengen am Bodensee mit rund 4500 Einwohnern sind nicht selten. Laut aktuellen Zahlen des Bundeskriminalamtes (BKA) stellten Ermittler im Jahr 2014 bundesweit 871 Cannabis-Plantagen sicher - ein Anstieg um 12 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Auch die Menge der sichergestellten Hanf-Pflanzen stieg in dem Zeitraum rasant um 23 Prozent auf 132 257 Stück an.

Der Trend zum illegalen Hanf-Anbau setzt sich fort. Allein in Baden-Württemberg kam die Polizei im vergangenen Jahr 111 sogenannten Indoor-Plantagen in Gebäuden auf die Spur, im Jahr zuvor waren es 81.

Bei den mutmaßlichen Drogen-Anbauern auf der Anklagebank in Konstanz - alle drei Familienväter, von Beruf Lackierer oder Automechaniker - handelt es sich laut Staatsanwaltschaft um Profis. "Das Marihuana hat eine sehr gute Qualität", sagte eine Sprecherin der Konstanzer Anklagebehörde. Ebenso bemerkenswert sei das Ausmaß des Anbaus: "Das ist sicher die größte Plantage, die in den letzten 15 Jahren im Landgerichtsbezirk Konstanz gefunden wurde." Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass sich die vorbestraften Angeklagten aus der Region Konstanz zusammengeschlossen hatten, um die Halle in einem Industriegebäude anzumieten. Im vergangenen Jahr habe es zwei größere Ernten von jeweils mehreren Kilogramm Cannabis gegeben, warf der Staatsanwalt den Männern zum Prozessauftakt vor. Der größte Teil der Ernte sei für den Verkauf bestimmt gewesen, so die Staatsanwaltschaft.

Als die Beamten am Tatort eintrafen, war das Cannabis bereits abgeerntet. Allein bei der zweiten Ernte vermuten die Beamten eine Menge von mindestens 22 Kilogramm.

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13.04.2016, 06:00 Uhr

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