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Goldgrube beim Nonnenhaus

Drogeriemarktkette dm ist im Kreis Tübingen auf Wachstumskurs

Die sechs dm-Drogeriemärkte im Kreis Tübingen legten im vergangenen Geschäftsjahr beim Umsatz merklich zu. Zu den drei Tübinger dm-Filialen soll 2013 eine in Derendingen hinzu kommen. Weitere Neueröffnungen werden nicht ausgeschlossen.

24.10.2012
  • Volker Rekittke

Kreis Tübingen. Die dm-Filiale beim Tübinger Nonnenhaus „ist definitiv die umsatzstärkste im Landkreis“, sagt Jürgen Mayer. Der dm-Gebietsverantwortliche betreut in der Region Neckar-Alb insgesamt 21 Drogeriemärkte, sechs davon im Kreis Tübingen: je einer in Rottenburg, Mössingen, Kirchentellinsfurt sowie bislang drei in Tübingen. Im kommenden Jahr soll hier die Nummer 4 eröffnen, neben Aldi in Derendingen. Reicht’s dann nicht mal langsam? „Die Tübinger sind dm-affine Kunden“, sagt Mayer – und verweist auf Bio-Waren und Naturkosmetik im Sortiment. Einen fünften dm-Markt – etwa in der Alten Weberei in Lustnau oder später einmal am neu gestalteten Europaplatz – will Mayer nicht ausschließen, jedoch: „Es gibt keine konkreten Pläne.“

In den sechs dm-Läden im Kreis Tübingen sind aktuell 93 Mitarbeiter/innen beschäftigt, davon 16 Auszubildende sowie 16 geringfügig Beschäftigte, die höchstens 400 Euro im Monat verdienen. Sie erwirtschafteten im jüngst abgelaufenen Geschäftsjahr einen Umsatz von knapp 21 Millionen Euro – ein Plus von mehr als 13 Prozent gegenüber dem Vorjahr (zur Umsatzrendite siehe Kasten rechts). Dabei habe der fast zwei Monate währende, knapp eine Million teure Umbau („Refreshing“) des Nonnenhaus-Marktes die Bilanz sogar noch etwas „getrübt“, so Mayer: Die Tübinger dm-Goldgrube wurde erst kürzlich wieder eröffnet.

Ex-Schlecker-Frauen jetzt bei dm-Märkten

Apropos Tübinger Eigenheiten: Die obligate Frage der Kassiererin nach der Kundenkarte werde in der Universitätsstadt durchaus „kritisch gesehen“, so Mayer: „Da muss man schon etwas vorsichtiger sein, damit man die Kunden nicht vergällt.“ Dennoch würden auch hier bei jedem zweiten Einkauf „Bonus-Punkte“ gesammelt.

Auch im Kreis Tübingen kamen – wie bundesweit – ehemalige Schlecker-Verkäuferinnen bei dm unter: vier Frauen waren es in den vergangenen Monaten. Die Drogeriemarktkette, so Mayer, zahle ihren Mitarbeiter(inne)n Tariflöhne. Wer etwa nach der dreijährigen Ausbildung in einer Filiale anfängt, bekommt 1772 Euro brutto (10,87 Stundenlohn bei einer 37,5-Stunden-Woche). In der „Endstufe“, dem sechsten Berufsjahr, steige das Verkäuferinnen-Gehalt dann auf 2248 Euro (13,79 Stundenlohn). Außerdem gebe es – wie im Tarif vorgesehen – Urlaubs- und Weihnachtsgeld, zudem übertarifliche Leistungen, die teils vom wirtschaftlichen Erfolg der Filiale abhängig sind. Betriebsräte gibt es laut Mayer bei dm flächendeckend und bundesweit. Das Unternehmen ist laut Gewerkschaft Verdi nicht im Arbeitgeberverband, zahlt aber dennoch nach gültigem Tarif.

Klimaschutz-Projekte im Landkreis Tübingen

Laut Jürgen Mayer ist bei dm auch Klimaschutz ein wichtiges Thema: Im neuen dm-Markt Mössingen werden Strom und Wärme mit Solaranlage und Luftwärmepumpe erzeugt. Und mit der Agentur für Klimaschutz des Landkreises wurde ein zweijähriges Projekt vereinbart, bei dem Jugendliche über Klimaschutzthemen informiert werden.

Drogeriemarktkette dm ist im Kreis Tübingen auf Wachstumskurs
Fast zwei Monate wurde umgebaut, seit Mitte September ist der neu gestaltete dm-Drogeriemarkt beim Nonnenhaus wieder offen.Bild: Metz

Drogeriemarktkette dm ist im Kreis Tübingen auf Wachstumskurs
Jürgen Mayer, dm-Gebietsverantwortlicher für Neckar-Alb. Bild: Sommer

Nach der Schlecker-Pleite im Frühjahr ist dm die größte Drogeriemarktkette in Deutschland. Im vergangenen Geschäftsjahr 2011/12 (Stichtag: 30. September) legte dm beim Umsatz um 14 Prozent auf 5,1 Milliarden Euro zu. Das überdurchschnittliche Wachstum – in den Vorjahren betrug es zwischen acht und zehn Prozent – dürfte vor allem mit der Insolvenz des vorherigen (Umsatz-)Marktführers Schlecker zu tun haben. dm erzielte 2011/12 erneut etwas mehr als ein Prozent seines Umsatzes als Gewinn.

Im vergangenen Geschäftsjahr wurden bundesweit 118 neue Filialen eröffnet, aktuell sind es 1345 dm-Märkte mit über 29 000 überwiegend weiblichen Beschäftigten. Von den rund 3650 neuen Mitarbeiter(inne)n waren etwa 800 zuvor bei Schlecker beschäftigt. Insgesamt investierte dm mehr als 100 Millionen Euro in Erneuerung und Ausbau seines Filialnetzes. dm-Gründer Goetz Werner brachte 2010 einen Teil seiner Konzernanteile in eine gemeinnützige Stiftung ein. Aus den Erträgen werden laut Satzung „Projekte des Gemeinwohls“ finanziert.
Goetz Werner spricht sich für ein bedingungsloses Grundeinkommen aus: 1000 Euro monatlich für alle – vom Baby bis zum Greis. Für ihn ist Hartz IV „offener Strafvollzug“, der Raub von Freiheitsrechten: „Hartz IV quält die Menschen, zerstört ihre Kreativität.“ Es sei ein Skandal, „dass eine rot-grüne Regierung dieses destruktive Element in die Gesellschaft gebracht“ habe.

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24.10.2012, 12:00 Uhr

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