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Droht ein Leben ohne Bananen?
„Cavendish“-Bananen, bald ausgestorben? Foto: dpa
Natur

Droht ein Leben ohne Bananen?

Eine Pilzkrankheit gefährdet eine der Lieblingsfrüchte der Deutschen. Schuld ist die Monokultur.

03.01.2017
  • DPA

Rom. Nach dem Apfel ist die Banane die liebste Frucht der Deutschen. Rund ein Dutzend Kilo jährlich isst jeder Deutsche. Doch sie könnte in absehbarer Zeit verschwinden. Denn Pilzbefall bedroht die Sorte „Cavendish“, die in den Industriestaaten fast alle Bananen-Regale füllt. Ein für den Massenanbau tauglicher Ersatz ist nicht in Sicht.

Die Cavendish hat einst selbst die bis in die 1960er Jahre vertriebene Sorte „Gros Michel“ ersetzt, die von der Panamakrankheit dezimiert wurde. „Cavendish“ ist zwar resistent gegen den Pilzstamm TR1, der „Gros Michel“ heimgesucht hatte, kann sich aber des Stammes TR4 nicht erwehren.

Schuld an der Auswirkung des Krankheitsbefalls ist der Anbau in Monokulturen. „Damit die mechanische Verarbeitung funktioniert, braucht man Standardisierung“, sagt der nigerianische Pflanzengenetiker Chikelu Mba.

Daher konzentriere sich der Massenanbau nur noch auf wenige Pflanzensorten, sagt Mba. „Wenn du eine Erntemaschine in dein Feld schickst, dann willst du Pflanzen da stehen haben, die auf dieselbe Höhe wachsen, am selben Tag reif sind und so weiter. Diese Uniformität gefährdet unser Nahrungssystem, weil schon eine einzelne Krankheit alles ausrotten kann.“

Ein Papier der UN-Welternährungsorganisation (FAO) vom Juli 2016 zeigt das Problem: „Das weltweite Problem mit TR4 besteht darin, dass es bisher keine wirksamen Möglichkeiten der Ausrottung gibt.“ Der Pilz könne jahrzehntelang in der Erde überleben.

In jedem Fall müsse die „Cavendish“-Monokultur durch eine größere Vielfalt von Bananen ersetzt werden, sagt der ugandische Agrarwissenschaftler Edie Mukiibi. „Die Menschen, die Bananen essen, verdienen etwas Besseres, als das, was sich derzeit in europäischen oder amerikanischen Regalen findet.“ dpa

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03.01.2017, 06:00 Uhr

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