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Ortsvorsteher schreiben an Verkehrsminister

Druck für den Radweg zwischen Poltringen und Reusten

Es geht nur um einen Lückenschluss. Doch für den Radweg zwischen Poltringen und Reusten gibt es kein Geld vom Land. Jetzt machen die Ortsvorsteher der zwei Ammerbucher Teilorte Druck beim grünen Verkehrsminister Winfried Hermann.

24.05.2012
  • Uschi Hahn

Ammerbuch. Es ist der offizielle Radweg zwischen Tübingen und Herrenberg. Und er ist zumindest an einer Stelle brandgefährlich. Wer von Reusten nach Poltringen radelt, wird nach dem Reustener Ortsausgang erst auf einer relativ breiten Piste neben der Landesstraße L 359 geleitet. Doch kurz vor Poltringen, auf Höhe der St. Stephanus-Kirche, wird der Radweg plötzlich immer schmaler, bis dann zwischen der Straße und der Mauer, die den Kirchenvorplatz einfriedet, nur noch 50 Zentimeter bleiben.

Wer hier mit Pedal oder Satteltaschen am Mäuerchen hängen bleibt, muss Glück haben, wenn er nicht dem nächsten Auto vor die Räder fällt. Von Gegenverkehr ganz zu schweigen. Auch Fußgänger und Rollstuhlfahrer müssen die gefährliche Engstelle passieren. Seit Beginn dieses Schuljahrs wird er auch von den Reustener Grundschülern auf dem Weg nach Poltringen genutzt.

Seit vergangenen Oktober schien Abhilfe in Sicht: Das Regierungspräsidium (RP) Tübingen hatte die von der Gemeinde Ammerbuch abgesegneten Planungen für den Lückenschluss fertiggestellt. Künftig soll bereits vor dem Poltringer Nadelöhr ein asphaltierter Radweg rechts abzweigen, der das Kirchen-Areal entlang der Ammer umgeht und dann hinter der Friedhofsmauer wieder in den eigentlichen Radweg mündet, der von dort an eh der Ammer entlang führt. Auf knapp 80 000 Euro schätzt man im RP die Kosten für den Lückenschluss von etwa 300 Metern.

Doch die Haushaltsmittel, die das Land der Straßenabteilung im RP dieses Jahr zur Verfügung stellt, reichen dafür nicht aus. Die grün-rote Regierung lege großen Wert auf den Erhalt von Straßen und Radwegen. Geld für den Um-, Aus- und Neubau von Verkehrswegen gebe es nur für bereits begonnene Vorhaben, so der Abteilungsleiter Josef Bild.

Damit aber wollen sich die Ortsvorsteher von Poltringen und Reusten, Reinhold Hess und Herbert Gräb, nicht abfinden. Sie haben jetzt einen Brief an den grünen Verkehrsminister Winfried Hermann geschrieben. Man sei über die Finanzierungsabsage „sehr enttäuscht“ und könne den „negativen Bescheid nicht nachvollziehen“, lassen sie Hermann wissen. Und sie erinnern ihn daran, dass er das Jahr 2012 zum Jahr des Fahrrads machen wolle. Das heiße doch, „attraktive Radwege sollen weiter ausgebaut und Lücken geschlossen“ werden. „Gerne“, so endet der Brief, „würden wir Sie natürlich zu einem Ortstermin treffen.“

Ob’s was bringt? Im Regierungspräsidium jedenfalls sieht man nur dann eine Möglichkeit, den Lückenschluss in diesem Jahr zu finanzieren, wenn „im Lauf des Jahres neues Geld kommt“, so Josef Bild. Nächstes Jahr könnte die Situation schon anders sein. Fürs Jahr 2013 nämlich hat die grün-rote Landesregierung einen Sondertopf für Radwege angekündigt, wie es ihn beim Bund bereits gibt. Dann, vermutet der RP-Abteilungsleiter, „wird so ein Lückenschluss wohl an vorderster Stelle stehen“.

Druck für den Radweg zwischen Poltringen und Reusten
Das gefährliche Nadelöhr am Kirchenvorplatz der Poltringer Kirche St. Stephanus umgehen viele Radfahrer, indem sie erst gar nicht auf dem Radweg, sondern gleich auf der Straße fahren.

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24.05.2012, 12:00 Uhr

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