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Weingärtner machen sich ein Produkt der Firma Manna zunutze

Düngen gegen Schadpilze

Mit Spritzmitteln schafft niemand gerne. Die Weinbauern haben einen Weg gefunden, weniger Chemie zu verwenden. Ein Dünger von Manna hilft dabei.

04.06.2012
  • Mario Beisswenger

Pfäffingen. Richard Müller probiert viel aus im Weinberg, um möglichst wenig Pflanzenschutz-Mittel auszubringen. Aber beim Wein ist die Rebe durch Schadpilze gefährdet, „und es gibt halt noch keine absolut pilzfesten Sorten“, sagt der Sprecher der Weinbauern im Landkreis Tübingen. Nachdem die Reben nun schon weit ausgetrieben haben, sind die Wengerter wieder mit den Fungiziden unterwegs, den Spritzmitteln vor allem gegen echten und falschen Mehltau.

Dabei können sich Weinbauern nun die eine oder andere Fahrt mit der Spritzbrühe sparen. Möglich macht es ein Dünger, der in Pfäffingen angestammten Firma Manna. Die hat einen Blattdünger im Programm, der zugleich mit dem Fungizid ausgebracht werden kann. Statt sieben oder acht Mal mit der Chemiekeule ran zu müssen, kann die Pilzbekämpfung auf ein oder zwei Mal reduziert werden. Das ist die Erfahrung von Müller. „Das funktioniert im Haupttriebwachstum im Juni und Juli.“

Allerdings lässt sich das Mittelchen nicht einsetzen, wenn schon Pilzschäden sichtbar sind. Es habe nur eine vorbeugende Wirkung, erklärt der Unterjesinger Winzer. „Das ist kein Pflanzenschutzmittel“, sagt auch Andreas Nachtwey, Verkaufsleiter bei Manna. „Das ist eigentlich nicht korrekt.“ Der Dünger habe nur einen sehr hohen Anteil an den Kernnährstoffen Phosphor und Kali, die Pflanzen widerstandsfähiger machen.

Besonders der Anteil, der den Phosphor liefert, wirke sich wohl positiv aus, um Pilzinfektionen abzuwehren, sagt Nachtwey. Er darf den Dünger, der über die Aufnahme durch die Blätter wirkt, trotzdem nicht als Pflanzenschutzmittel anpreisen. „Das müsste man umfangreich prüfen.“ Seine Firma, die sich sehr stark auf Flüssigdünger spezialisiert hat, will so ein Zulassungsverfahren erst gar nicht anstrengen. Ihm reicht es, dass sich die hilfreiche Wirkung herumgesprochen hat. Außer im Weinberg kommt der Stoff auch bei anderen Kulturen wie Erdbeeren oder Gurken zum Einsatz.

Düngen gegen Schadpilze
So wie der Unterjesinger Weingärtner Alexander Maichle machen es jetzt viele Wengerter. Um beim Spritzen gegen Pilze etwas zu sparen, mischen sie einen Dünger unter. Dessen Markenname Manna strahlt hellgrün vom Pfäffinger Stammwerk herüber.

Das Manna-Werk in Pfäffingen gehört wie der Düsseldorfer Spezialdünger-Anbieter Aglukon zur Haug-Gruppe. Handelsname ist oft Manna, aber auch Wuxal oder Plantacote.
Die Firmenzentrale ist längst im Rheinland. In die Fest-Dünger-Produktion am seit 1931 bestehenden Standort Pfäffingen investierte Manna zuletzt 2010 in eine neue Abfüllanlage. Geschäftsführer der Firmen sind Jochen Haug und Hans-Ulrich Born.
In der Saison arbeiten in Pfäffingen bis zu 20 Beschäftigte, die Haug-Gruppe hat insgesamt mehr als 130.
Die Gruppe erreichte nach aktuellen Angaben zuletzt 42 Millionen Euro Jahresumsatz. Den größten Teil steuerte die weltweit agierende Aglukon bei.
Das als eigene GmbH geführte Manna-Werk produziert Festdünger im wesentlichen für Deutschland und die Nachbarländer.

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04.06.2012, 12:00 Uhr

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