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Politik und Gesellschaft darauf vorbereiten

Dürreperioden nehmen zu

Mit rund vier Millionen Euro in den kommenden fünf Jahren fördert das Forschungsministerium in Stuttgart zwei wissenschaftliche Netzwerke in der Wasserforschung mit Tübinger Beteiligung. Im Mittelpunkt stehen die Risikobewertung von Chemikalien in Gewässern und die Erforschung von Dürreperioden.

15.08.2015
  • Hans-Joachim Lang

Tübingen. Mit insgesamt drei Forschernetzwerken soll die wissenschaftliche Zusammenarbeit verschiedener Fachdisziplinen in der Wasserforschung in Baden-Württemberg unterstützt werden. Ausgewählt wurden sie von einer internationalen Gutachterkommission.

Wie das Wissenschaftsministerium mitteilt, will Baden-Württemberg mit dem neuen Projekt ein zukunftsweisendes Forschungsgebiet stärken. Es geht dabei um den Stoffhaushalt des Wassers und die Wasserqualität, um Naturgefahren und Extremereignisse, um Ökosystemfunktionen und Biodiversität sowie um politisch-gesellschaftliche Fragen des Umgangs mit und Zugangs zu Wasser und der Landnutzung. „Nur durch eine enge Verzahnung von Natur- und Ingenieurwissenschaften mit den Gesellschafts- und Geisteswissenschaften in einem systemischen Ansatz sind die Entwicklung von angepassten Technologien und Managementstrategien und deren nachhaltiger Transfer in eine sich ändernde Gesellschaft möglich“, sagt Wissenschaftsministerin Therese Bauer.

Die Universität Tübingen ist an zwei mit jeweils rund zwei Millionen Euro geförderten Netzwerken beteiligt. Am Forschernetzwerk Eff-Net („Effect Network in Water Research“ / „Wirkungszusammenhänge für die Risikobewertung von Chemikalien in Gewässerökosystemen“) wirken neben der Universität Tübingen auch das Karlsruher Institut für Technologie (KIT) und die Universität Heidelberg mit.

Eff-Net verbindet naturwissenschaftliche Grundlagenforschung mit sozialwissenschaftlichen Ansätzen, um den zunehmenden Eintrag von bestimmten Mikroschadstoffen (Lebensmittelzusatzstoffe und Pharmazeutika) in Gewässerökosysteme zu vermindern. Ziel von Eff-Net ist es nicht nur, biologische Risiken zu identifizieren, sondern auch ihnen entgegenzuwirken. Dazu werden die Forschungsergebnisse gesellschaftlichen Interessengruppen (Konsumenten, politische Entscheidungsträger) vorgestellt und mit ihnen diskutiert, um darauf aufbauend Konzepte zur Steuerung von Konsumentenverhalten und für die Umweltgesetzgebung zu entwickeln.

Am Netzwerk DRleR („Drought impacts, processes and resilience: making the invisible visible“ / „Auswirkungen, Prozesse und Widerstandsfähigkeit im Zusammenhang mit Dürreperioden: Das Unsichtbare sichtbar machen“) sind neben der Universität Tübingen auch die Universitäten Freiburg und Heidelberg beteiligt.

Ziel ist es, Politik und Gesellschaft darauf vorzubereiten, dass Dürreperioden in Zukunft in ganz Europa, auch in hiesigen gemäßigten Breiten, zunehmen werden. Verfügbare Daten aus vergangenen Dürreperioden sowie in aktuellen Versuchen neu gewonnene Daten werden ausgewertet und für Simulationen genutzt, um das Zusammenwirken von Klima, Umwelt, Land- und Wassernutzung sowie Gesellschaft und politischen Steuerungsstrukturen in Trockenperioden zu untersuchen.

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15.08.2015, 12:00 Uhr

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