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Ortschaftsrat

Durchfahrtsverbot bleibt bestehen

Die innerörtliche Verkehrsführung wurde angeregt diskutiert.

07.12.2018

Von Andreas Wagner

An der Durchfahrtsregelung in der Rexinger Lichtenbergstraße scheiden sich die Geister. Der Ortschaftsrat stimmte jedoch mehrheitlich dafür, sie beizubehalten. BIld: Andreas Wagner

Im April des vergangenen Jahres hatte der Rexinger Ortschaftsrat beschlossen, ein Teilstück der Lichtenbergstraße bis zur Einmündung in die Schafblumenhalde in eine Fahrtrichtung zu sperren. Dieses Durchfahrtsverbot sollte Autofahrer davon abhalten, sich über Lichtenberg- und Bergstraße am Berufsverkehr vorbei durch Rexingen zu schlängeln. Die Maßnahmen waren damals mit der Verkehrsschau beraten und von dieser geprüft worden.

Ratsmitglied Mario Kamphoff hatte seinerzeit argumentiert, eine Sperrung des Teilstücks würde die Anwohner der Schafblumenhalde strafen. Er sprach sich deutlich gegen das Vorhaben aus. Ortsvorsteherin Birgit Sayer hatte dagegen gehalten, einige der Anwohner nutzten ohnehin die Einmündung wenige Meter weiter, um leichter in die Schafblumenhalde einbiegen zu können. Der Beschluss zur Teilsperrung sah eine Probezeit von einem Jahr vor.

Fazit nach einem Jahr

In der öffentlichen Sitzung des Ortschaftsrats Rexingen am vergangenen Mittwoch zog Sayer ihr Fazit. Insgesamt acht Bürger, darunter Anwohner aus der Schafblumenhalde, fanden sich zu diesem Tagesordnungspunkt ein. Bereits im Rahmen der Bürgerfragestunde äußerte sich ein Anwohner wenig begeistert über die Lösung. Unter anderem bemängelte er die Sichtverhältnisse im Kreuzungsbereich von der kleinen Gasse in die Lichtenbergstraße. Ein Buchsbaum sowie ein geparkter Transporter erschwerten das Befahren der Straße. Zudem führen viele Fahrzeuge zu schnell durch die ausgewiesene 30er-Zone, weshalb die Kreuzung als Gefahrenbereich anzusehen sei. Des Weiteren werde das Durchfahrtsverbot von einigen Fahrzeuglenkern nicht beachtet. Ein weiterer Bürger verriet, er habe sich die Kennzeichen einiger Pkw notiert. Bedauerlicherweise stellte sich hierbei heraus, dass auch Ortsansässige das Verbotsschild ignorieren.

Sayer erklärte, die Verwaltung habe zu dem Durchfahrtsverbot viel Resonanz aus der Bevölkerung erhalten: „Hierzu gibt es geteilte Meinungen.“. Die Maßnahme sollte den Verkehr in der Lichtenbergstraße und der Bergstraße reduzieren, was gelungen sei. Zudem habe die Verkehrsschaukommission turnusmäßig die Situation begutachtet. Die Verkehrsschau erachtete die Verringerung des Durchgangsverkehrs als gesichert und befürwortete die dauerhafte Anordnung der Einbahnregelung. Ein erhöhtes Risiko oder besondere Gefahrenbereiche stellte die Kommission vor Ort nicht fest. Ratsmitglied Mario Kamphoff habe mit insgesamt 21 Anliegern im Kreuzungsbereich gesprochen. Kamphoff bestätigte Sayer darin, dass die Meinungen in verschiedene Richtungen laufen würden. Daher plädierte Kamphoff für eine Lösung, die alle Beteiligten zufrieden stellt. Unter anderem regte er an, die Zufahrt zur Lichtenbergstraße zum Beispiel mit einem Blumenkübel zu verengen. Kamphoff sprach sich, erneut gegen das Durchfahrtsverbot aus. Zuvor regelte ein Schild mit der Aufschrift „Anlieger frei“ die Zufahrt. „Wir hatten doch schon vorher ein Verbot“, erklärte Kamphoff.

Ohne Kontrolle kein Wirkung

Maik Sothmann warf hierbei ein, dass beide Verbote nichts nutzen, wenn sie nicht kontrolliert werden. „Wenn wir heute beschließen, dass die Regelung bleibt, dann wird kontrolliert und angezeigt“, versprach Sayer.

Sothmann hatte sich ebenfalls vor Ort ein Bild von den Gefahrenbereichen gemacht. „Mit dem Verbot haben wir diese Gefahrenstelle geschaffen“, stellte Sothmann fest, der sich vor einem Jahr noch der neuen Regelung zugestimmt hatte. Er räumte ein, in der einjährigen Testphase der unechten Einbahnstraße seine Meinung geändert zu haben.

„Wegen den paar Autos hätte man nicht sperren müssen“, unterbrach einer der Bürger den Tagesordnungspunkt. „Dann schauen Sie sich mal meine Liste mit notierten Kennzeichen an“, entgegnete ein anderer. Immer wieder warfen einige „Zuhörer“ ihre Meinung in den Raum, sodass Sayer letztlich deutlich werden musste: „Ruhe jetzt! Das ist hier keine Diskussionsrunde.“ Enttäuscht ergänzte sie: „Mir fehlt hier die Solidarität von der einen für die andere Straße.“ Schafblumenhalde und Osterhaldenweg seien keinesfalls vom Durchgangsverkehr belastet, verdeutlichte sie den Anwohnern.

Kamphoff bestand darauf, eine neue Lösung im Sinne aller Anwohner zu erarbeiten. „Die werden wir nicht finden“, entgegnete Sayer und gab zu bedenken: „Wenn jeder Rexinger in seiner eigenen Anliegerstraße bleiben würde, dann wäre uns schon viel geholfen.“ Wolfgang Essig regte eine Abstimmung an. Sieben Räte sprachen sich für das Fortbestehen des Durchfahrtsverbots aus; Kamphoff und Sothmann stimmten dagegen.

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Erstellt:
7. Dezember 2018, 01:00 Uhr
Aktualisiert:
7. Dezember 2018, 01:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 7. Dezember 2018, 01:00 Uhr

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