Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. OK Weitere Informationen
Durchs Erdgeschoss der Berge
Betrieb aufgenommen: Der erste Zug fährt in den südlichen Eingang des Gotthard-Basistunnels. Foto: dpa
Gotthard-Basistunnel

Durchs Erdgeschoss der Berge

Nach 17 Jahren Bauzeit düst der erste fahrplanmäßige Zug durch den neuen Gotthard-Basistunnel. Die erste Panne und erste Verspätung gab es auch schon.

12.12.2016
  • Aleksandra Bakmaz, dpa

Zürich/Lugano. Die Fahrt durch den längsten Bahntunnel der Welt führt durch 17 Minuten Dunkelheit. Dennoch sind Barbara (43) und Rudolf (57) Pfenninger im siebten Himmel. Die Eisenbahnfreunde aus der Nähe von Zürich gehören zu den Ersten, die im echten Fahrplanbetrieb durch den Gotthard-Basistunnel rauschen dürfen. Barbara Pfenninger: „Wir haben lange mitgefiebert, die Baustellen besichtigt und waren auch während des Durchstichs dabei.“

Zu wissen, dass sich über einem bis zu 2300 Meter Fels auftürmen, das ist ein Reiz auf der 57 Kilometer langen Strecke. Deswegen sitzen viele Eisenbahnfans an Bord des Eurocity EC 11, der um 6.09 Uhr vom Züricher Hauptbahnhof in Richtung Mailand rollt. Barbara Pfenninger findet: „Ein paar Stündchen später hätte es schon losgehen können.“

Ingenieure aus ihrem Bekanntenkreis hätten mitgewirkt, sagt Rudolf Pfenninger. „Da wurde etwas wirklich ganz Großes geschaffen.“ Fast 20 Jahre sei organisiert und finanziert worden. „Unsere Generation hat das intensiv miterlebt und mitgetragen.“

Was sie nicht miterlebt haben: Ein Güterzug ist gleich am ersten Tag im Tunnel liegengeblieben. Grund war eine technische Panne an der Lok. Der Güterzug wurde abgeschleppt, es kam etwa zwei Stunden lang zu Verspätungen.

Der Gotthard-Basistunnel ist ein Jahrhundertprojekt. Für die schnellere Nord-Süd-Verbindung quer durch die Alpen wurden mehr als 28,2 Millionen Tonnen Material aus Gestein gebrochen. Der Tunnel kommt ohne enge Kurven aus und besteht aus zwei Röhren, eine für jede Richtung. Die Züge fahren sozusagen durchs Erdgeschoss der Berge, es gibt keinerlei starke Steigung, also können sie schneller fahren und schwerer beladen werden.

All diese Fakten kennen Peter Vollenweider und Martin Ruppner quasi auswendig, zwei Rentner, große Eisenbahnfans und auch schon mal 18 Stunden lang auf Tour quer durch die Schweiz. Sie fahren zum dritten Mal durch den neuen Tunnel: bei einer Publikumsfahrt zur Einweihung im Juni, bei einer weiteren Tour Ende September und gestern.

Die allererste offizielle Passagierfahrt sei dennoch magisch, versichern beide. Trotz der Uhrzeit. Vollenweider: „Deshalb haben wir uns am frühen Morgen aus dem Bett geschält.“

Sie möchten diesen Artikel weiter nutzen? Dann beachten Sie bitte unsere Hinweise zur Lizenzierung von Artikeln.

12.12.2016, 06:00 Uhr

Sie müssen angemeldet sein, um einen Leserbeitrag zu erstellen.
Anmelden
Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar zu verfassen.
Anmelden
 

 

 
Video-News: Aus Land und Welt
Heute meistgelesenNeueste Artikel
Wirtschaft im Profil
Bildergalerien
Videos
Single des Tages
date-click
Video-News: Fußball