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Dußlingen ist „Modellgemeinde für Inklusion“
Teresa Roth
Alle sollen überall teilhaben können

Dußlingen ist „Modellgemeinde für Inklusion“

Von Dußlingens Inklusions-Bemühungen ist nicht nur das Projektcafé ein Erfolg: Auch das Kinderferienprogramm wird inklusiv. Nun ist das Dorf vom Gemeindetag zur Modellgemeinde erklärt worden.

26.04.2016
  • Jürgen Jonas

Dußlingen. Der Begriff Inklusion schwebt mittlerweile über allem in Dußlingen: Seit September 2014 läuft, in Zusammenarbeit mit der „Aktion Mensch“, das Projekt, Dußlingen zur „Inklusionsgemeinde“ zu machen. Vier Beteiligte an diesem Prozess stellten nun Ergebnisse vor und reflektierten ihre Arbeit: Teresa Roth von der St. Gallus Hilfe, Ursula Barthlen von der Bürgerstiftung, Silke Hornung, seit einem Jahr Inklusionsbeauftragte der Gemeinde, und Peter Leide vom „Arbeitskreis Kultur“ des „Unterstützerkreises Asyl“.

Roth freut sich: Das Jugendbüro Steinlach-Wiesaz ist eingeschaltet, wenn es heißt, „Freizeit inklusive“ zu gestalten – also das Kinderferienprogramm für Menschen mit Behinderungen zu öffnen. Siebzehn Anbieter haben sich dazu bisher bereit erklärt. Es gehe darum, so Roth, die Vereine für das Thema weiter zu sensibilisieren: Beim Sängerkranz etwa gebe es „gelebte Inklusion“: eine Sängerin sitzt im Rollstuhl in der ersten Reihe. „Das sollte so weitergehen und auch in anderen Vereinen Schule machen“, meint Hornung, selbst im „Sing und Swing“-Chor aktiv. Beim Kinderferienprogramm wird es im Sommer wiederum eine Schafwanderung geben, inklusiv selbstverständlich. Am 9. Juni ist in dieser Sache ein Informationsabend für Vereine, wo Rat zur Tat geboten wird, um die Akteure zu qualifizieren und deutlich zu machen, dass keineswegs unüberwindlich „großer Aufwand“ mit Inklusion verbunden ist.

Zum Projektcafé wurde im Januar erstmals eingeladen. Seit Anfang April ist der „Unterstützerkreis Asyl“ fester Partner bei der Organisation. Die Patengruppen haben Flüchtlingsfamilien mitgebracht, diese wiederum Spezialitäten aus ihren Ländern. Die deutschen Begrüßungsworte wurden von der 16-jährigen Gufran, die aus Damaskus nach Dußlingen kam und mit ihren Deutschkenntnissen verblüfft, ins Arabische übersetzt. Das Projektcafé bleibt untergebracht bei den „Lebensräumen für jung und alt“, bis geeignete Räumlichkeiten im Dorf gefunden sind, die genutzt werden können. Die Bürgerstiftung unterstützt personell und finanziell. Ursula Barthlen: „Gegenseitiges Kennenlernen gehört zu unserem Programm.“ Auch der Baum e.V. überlegt derzeit, ob er einsteigen soll. Am Dienstag, 3. Mai, gibt es wieder eine Veranstaltung, beim Pavillon auf der Tunneldecke (bei Regen in der Bücherei). Mit dabei: die „Beatstompers“, eine Trommelgruppe aus Bad Urach, die zweimal spielen wird.

Bei Silke Hornung auf dem Rathaus laufen viele Fäden der Inklusion zusammen: Seit 1998 ist sie zuständig für Ortsrecht und Archiv, vor einem Jahr wurde die 42-jährige als Inklusionsbeauftragte bestellt. Es gibt Behindertenbeauftragte auf Bundes-, Landes, Kreisebene. Warum nicht auch auf kommunaler Ebene? Eine Frage, die Bürgermeister Thomas Hölsch und der Gemeinderat positiv beantworteten: vier Stunden wöchentlich zusätzlich für Inklusion. Hornung nimmt am runden Tisch zur Inklusion beim Gemeindetag in Stuttgart teil, wo Bühl in Baden, Holzgerlingen und Leutenbach zusammensitzen. Wie diese Städte ist Dußlingen Modellgemeinde, gilt als Vorreiter für Inklusion. Beim 3. Inklusionstag Baden-Württemberg in Rottenburg stellten Roth und Hornung die lokale Arbeit vor. Mit ihren zwei Pferden Keks und Lucky – „drei Kinder, zwei Pferde, ein Mann“ – nimmt auch Silke Hornung am Ferienprogramm teil. „Alle sollen in vollem Umfang teilhaben können“, sagt Hornung. Und Roth ergänzt: „Inklusion ist letztlich eine Haltung des Einzelnen.“

Das nächste Projektcafé bietet am morgigen Mittwoch, 27. April, Kaffee, Kuchen, Spezialitäten aus aller Welt und Gesellschaftspiele im Gemeinschaftsraum der „Lebensräume für jung und alt“ in der Bahnhofstraße 7, wie immer von 15 bis 19 Uhr.

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26.04.2016, 01:00 Uhr

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