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Nicht nur Honig-Produzenten

Dutzende Interessierte kamen am Sonntag zum Imker-Waldfest

Beim Imker-Waldfest auf dem Bläsiberg lernten die Besucher viel über die Arbeit mit der Honigbiene – und darüber, welche Bedeutung das bedrohte Insekt für Mensch und Natur hat.

10.08.2015
  • Philipp Koebnik

Tübingen. „Das macht man, um die Bienen zu beruhigen“, sagte der elfjährige Luis Matschi aus Eningen auf die Frage, weshalb Imker ihre Bienenstöcke vor der Arbeit mit Rauch besprühen. Was das genau bewirkt, wusste allerdings nur Remigius Binder. Er führte gestern einige Interessierte zu den Bienenstöcken des Bezirksimkervereins. Insgesamt rund 50 Besucher waren zum traditionellen Waldfest am Lehrbienenstand des Vereins auf dem Bläsiberg gekommen. Neben Kaffee, Kuchen und warmen Speisen gab es selbstverständlich auch verschiedene Honigsorten zu probieren.

„Wenn die Bienen denken, dass es brennt, fressen sie erstmal, bevor sie die Flucht ergreifen“, erläuterte Binder. Denn ohne Vorrat würden sie nicht lange überleben. „Bienen, die Honig schlecken, stechen nicht“, erklärte der Referent den Vorteil des Räucherns in Abwandlung eines bekannten Sprichworts. Kurz darauf konnten sich die Besucher selbst davon überzeugen, wie zahm die Tiere sein können. Eine geringe Menge Rauch reichte und schon konnte Binder den Bienenstock gefahrlos herausnehmen.

„Die Brut muss konstant bei etwa 35 Grad Celsius gehalten werden“, so Binder, der auch Bienenfachberater am Regierungspräsidium Tübingen ist. Wenn es zu kalt ist, erwärmen die Tiere den Bienenstock, indem sie zittern. Es darf aber auch nicht zu warm sein, denn sonst würde das Wachs schmelzen. „Es ist ungut, wenn die komplette Wohnung zusammen kracht“, so Binder. Ist es zu heiß, belüften die Bienen deshalb den Bau, indem sie mit ihren Flügeln schlagen.

Nachdem er die erwachsenen Tiere abgeschüttelt hatte, zeigte Binder die Waben mit den Larven. „Ich kann mal ein bisschen Geburtshelfer spielen und eine Wabe leicht öffnen.“ Gesagt, getan. Und schon krabbelte das Tierchen über den Bienenstock. „Hier sehen Sie eine frisch geschlüpfte Biene – am Anfang sind sie immer etwas torkelig unterwegs.“

Keine Äpfel ohne Honigbienen

Seit einigen Jahren ist die Rede vom Bienensterben – nicht nur in Deutschland. Und so fragte auch eine Besucherin nach den Ursachen dieses Problems. „Unsere Hauptsorge ist die Varroamilbe, die als Parasit auf Honigbienen lebt und weltweit verbreitet ist“, sagte Binder. Man versuche mit organischen Säuren dagegen vorzugehen, vor allem mit Hilfe von Ameisensäure. „Möglicherweise schädigen aber auch Pflanzenschutzmittel den Bienenbestand.“

Um die kaum zu überschätzende Bedeutung des Insekts wusste auch der elfjährige Luis: „Wenn es keine Bienen mehr gibt, die die Blüten bestäuben, gibt es zum Beispiel auch keine Äpfel mehr.“ Es sei wichtig, solche Vereine zu unterstützen, sagte Gerhard Helle. „Wir sind auf die Imker angewiesen, damit genügend Blüten befruchtet werden“, betonte Helle, der selbst eine Streuobstwiese in Nellingsheim bewirtschaftet. Und Wilfried Wurster, ebenfalls Streuobstwiesen-Besitzer, ergänzte: „Die Bienen sind die Basis von allem.“ Er denke deshalb darüber nach, sich bald selbst als Imker zu versuchen. Immerhin, die Zahl der Vereinsmitglieder steige seit rund zehn Jahren, wusste Mario Beisswenger, der Vorsitzende des Bezirksimkervereins. „Viele Leute wollen inzwischen etwas für den Erhalt der Bienen tun“, so Beisswenger.

Dutzende Interessierte kamen am Sonntag zum Imker-Waldfest
Fleißige Arbeiterinnen: Vereinsvorsitzender Mario Beißwenger zeigt interessierten Besuchern einen Bienenstock. Bild: Metz

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10.08.2015, 12:00 Uhr

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