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Diese Technik kann Leben retten

EKG-Telemetrie bringt „Zeitgewinn im Wettkampf mit dem Tod“

In der Mitgliederversammlung des Empfinger Vereins „Von Mensch zu Mensch“ hielt der Freudenstädter Oberarzt Christoph Caratiola, er ist auch der ärztliche Leiter des Rettungsdienstes und Sprecher der Leitenden Notärzte im Landkreis, einen Vortrag zum Thema „EKG-Telemetrie im Rettungsdienst“.

10.07.2014
  • Reinhard Seidel

Empfingen. Wie berichtet, hat der Verein die drei Notarztfahrzeuge in Horb, Freudenstadt und Baiersbronn sowie die acht Rettungswagen in Horb, Loßburg, Schopfloch, Freudenstadt und Baiersbronn mit diesen Geräten ausgerüstet.

Der Arzt bedankte sich im Sport-Restaurant „Seeblick“ am Montag zunächst ausdrücklich und betonte, dass „das Projekt ohne ,Von Mensch zu Mensch’ nicht möglich gewesen“ wäre. Er erinnerte an den ersten Kontakt mit dem Verein über seinen Vorsitzenden Edgar Schwind und Frank Kiefer, den Bereitschaftsleiter des Empfinger DRK im Oktober 2010.

Caratiola gab eingangs zu, anfangs skeptisch gewesen zu sein („wer soll das bezahlen“) und so sei das Projekt erst im Mai 2013 im KLF (Krankenhäuser Landkreis Freudenstadt) vorgestellt worden. Am 3. Dezember 2013 waren die Geräte in Betrieb. Seither sei das System etwa 40 Mal eingesetzt worden. Tendenz: steigend.

Mit Bildern und in Videos schilderte Caratiola anschaulich, wie einem Mann, der einen Herzinfarkt hat, geholfen werden kann. Mit der EKG-Telemetrie kann das EKG dieses Patienten per Mail oder Fax an die Rettungsleitstelle oder ein Herzkatheterlabor, etwa am Freudenstädter Krankenhaus oder das I-PAD eines Herzspezialisten geschickt werden.

Das Freudenstädter Herzkatheterlabor sei nicht rund um die Uhr besetzt, könne aber innerhalb von zwölf, 15 Minuten über Rufbereitschaft hochgefahren werden. Durch die Übermittlung der Daten werde wertvolle Zeit gewonnen. Der Patient komme vom Rettungsfahrzeug direkt auf den Operationstisch und erhalte bei einem Eingriff einen aufblasbaren „Stent“. Der weitet nach der Entfernung der kleine Thrombose die Verengung des Blutgefäßes. Das Blut fließt wieder ungehindert, der Patient hat keine Beschwerden mehr und kann „völlig wiederhergestellt in die häusliche Umgebung entlassen werden“.

Caratiola wies darauf hin, dass er allen Kliniken im Umkreis auf die Bestückung der Rettungsfahrzeuge im Landkreis mit diesem System informiert habe. Er habe aber eine Rückmeldung nur noch vom Kreisklinikum Nagold erhalten, wo es im Gegensatz zu Oberndorf auch ein Herzkatheterlabor gebe.

Edgar Schwind stellte fest, dass es gerade Aufgabe des Vereins „Von Mensch zu Mensch“ sei, ein Projekt zu unterstützen, das nicht seinen Mitgliedern, sondern anderen Personen zugutekomme. Die hier investierten 31 000 Euro seien zwar eine „Hausnummer“ für den Verein gewesen. Die eingesetzte Technik bringe aber tatsächlich einen „Zeitgewinn im Wettkampf mit dem Tod. Sie kann Leben retten.“ Diese Art der Hilfe passe zudem gut zum Leitbild des Vereins, direkt vor Ort zu helfen. Schwind wörtlich: „Ein kleiner Verein hilft allen Bewohnern im Landkreis Freudenstadt.“

Uwe Gfrörer erklärte, dass die DRK-Ersthelfer und die Notärzte oft aus Sulz und Oberndorf nach Empfingen kommen. Und er fragte, ob sich der Verein ein zweites Projekt im Nachbarkreis Rottweil vorstellen könne?

Laut Schwind sei dieses Thema in der Vorstandschaft schon angesprochen worden und eine weitere Bestückung von Fahrzeugen im Nachbarkreis sei denkbar. Auch wenn es in Oberndorf kein Herzkatheterlabor gebe, könnte ein Patient mit Herzinfarkt ohne Verzögerung nach Nagold oder Tübingen gefahren werden.

EKG-Telemetrie bringt „Zeitgewinn im Wettkampf mit dem Tod“
Dr. Christoph Caratiola.Bild: sei

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10.07.2014, 12:00 Uhr

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