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EZB hält am billigen Geld fest
EZB-Präsident Mario Draghi bleibt auf Kurs. Foto: dpa
Zentralbank

EZB hält am billigen Geld fest

Kein Einstieg in den Ausstieg: Die milliardenschweren Wertpapierkäufe werden sogar verlängert.

09.12.2016
  • ROLF OBERTREIS

Frankfurt. Die Europäische Zentralbank (EZB) verlängert – wie von Experten erwartet – ihr Anleihe-Kaufprogramm über das bislang geplante Ende im März 2017 – allerdings nicht nur für sechs, sondern für neun Monate bis Ende nächsten Jahres. Aber die EZB reduziert das monatliche Kaufvolumen von 80 auf 60 Mrd. EUR.

Damit kauft die Zentralbank in Summe mehr als von Beobachtern erwartet. Das sei nicht der Einstieg in den Ausstieg aus dem Kaufprogramm, sagte EZB-Präsident Mario Draghi deshalb auch nach der Sitzung des EZB-Rates. Den Leitzins beließ die Notenbank bei Null, der Zins für Einlagen der Banken liegt weiter bei minus 0,4. Nach der letzten Sitzung des EZB-Rates in diesem Jahr ließ Draghi durchblicken, dass die Zinsen lange niedrig bleiben.

Seit März 2015 kauft die EZB Staatsanleihen der Euro-Staaten und Pfandbriefe, zwischenzeitlich sind Unternehmensanleihen dazu gekommen. Mit dem Programm will die Notenbank zum einen die Renditen der Euro-Staatsanleihen drücken und damit vor allem die Krisenländer entlasten, zum anderen stellt sie den Banken mehr Geld zur Verfügung, das die dann in Form von Krediten an Unternehmen und Verbraucher weiterreichen sollen. Damit sollen Jobs geschaffen und die Konjunktur angekurbelt werden. Draghi zufolge zeigt dieser Ansatz Wirkung. Die Wirtschaft in der Eurozone wird sich weiter erholen, aber nur langsam. Gleichzeitig lockerte der EZB-Rat die Vorgaben für den Kauf von Staatsanleihen.

Draghi machte deutlich, dass das Ende des Programms Ende 2017 nicht besiegelt ist. Die EZB behalte sich vor, es weiter zu verlängern, sollte sich die Inflationsrate nicht wie gewünscht entwickeln. Selbst der allmähliche Programmausstieg über eine Reduzierung der Käufe ist nicht sicher. Draghi fordert einmal mehr die Regierungen in Euroland auf, bei Strukturreformen schneller voranzukommen. Zugleich müssten die Bilanzen der Banken bereinigt werden. Rolf Obertreis

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09.12.2016, 06:00 Uhr

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