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Kunstbanausen

Ed Sheeran als Vogelscheuche

Über den lieblichen Gesang der männlichen Feldlerche sind viele schöne Worte geschrieben worden, etwa auf dem Ornitologen-Fachportal „Wikipedia“.

05.03.2018

Von THOMAS BLOCK

Foto: © P.V.R.Murty/Shutterstock.com

„Er ist über drei bis 15 Minuten anhaltend und besteht aus einer schnellen, ununterbrochenen Folge von abwechselnd und zum Teil rhythmisch wiederholten rollenden, trillernden oder zirpenden Tönen“, heißt es da. Die Feldlerche, da sind sich alle Experten einig, ist der Rockstar unter den Vögeln.

Dieser Rockstar muss nun dem Pop weichen. Die Feldlerche hat die fatale Angewohnheit, zwischen den Landebahnen des Flughafens Essen/Mülheim ihre Nester ins Gras zu bauen; genau dort, wo im Sommer der Musiker Ed Sheeran zum Teil rhythmisch rollende, trillernde und zirpende Töne zum besten geben möchte. Die Feldlerche war zwar zuerst da, doch für das Sheeran-Konzert ließen sich deutlich mehr Tickets verkaufen. Der gemeine Ruhrgebietler ist halt ein Kulturbanause. Veranstalter, Naturschutzbund und Stadtverwaltung ringen nun um eine möglichst schonende Umsiedlung. Am Flughafen von Gloucestershire hat man herausgefunden, dass sich Tauben mit der Musik von Tina Turner vertreiben lassen. Die Ruhrgebiets-Feldlerche ist härter im Nehmen, wer regelmäßig mit Wolfgang Petry und Herbert Grönemeyer beschallt wird, lässt sich von Tina Turner nicht schrecken. Man probiert es jetzt mit der Musik von Ed Sheeran.

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Erstellt:
5. März 2018, 06:00 Uhr
Aktualisiert:
5. März 2018, 06:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 5. März 2018, 06:00 Uhr

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