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Edel-Essen kommt per Kurier
Ausgehen ins Nobelrestaurant war gestern: Auf dem Smartphone wird ausgewählt und bestellt, ein Fahrradkurier bringt dann das Edel-Essen heim. Foto: dpa
Premium-Lieferdienste werben mit Gerichten aus der gehobenen Küche um Kunden

Edel-Essen kommt per Kurier

Wie wär's mit hippem Essen? Aber nicht im Nobelrestaurant, sondern daheim. Neue Bringdienste erfüllen den Wunsch. Sie haben sich auf gehobene Küche und qualitätsbewusste Großstädter spezialisiert.

27.11.2015
  • DPA

Berlin. Pizza aus durchgeweichten Kartons oder kalte Asia-Nudeln - wer sich Essen nach Hause bestellt, rechnet eher mit durchwachsener Qualität. Gleich mehrere Start-ups sind aber jetzt angetreten, um den Restaurant-Lieferdienst auf Gourmet-Niveau zu heben. Foodora begann im Spätsommer 2014 damit, Kreationen Münchner Restaurants auszuliefern. Deliveroo ist im April 2015 als Konkurrent angetreten. Mittlerweile arbeiten beide mit Restaurants in vielen deutschen Großstädten und auch in einigen anderen Ländern zusammen.

Die Strategie der beiden größten Lieferdienste ist dieselbe: Beliebte Restaurants bereiten die Gerichte zu, die Start-ups übernehmen die Lieferung. "Wir ermöglichen den Gastronomen, sich auf das zu konzentrieren, was sie am besten können: kochen", sagt Bodo von Braunmühl von der Delivery Hero Holding, zu der Foodora gehört.

Der Kunde tippt auf der Internet- Plattform der Firma ein, wohin er sein Essen gebracht haben will. Dann bekommt er Lokale in seiner Umgebung angezeigt. Er scrollt durch die Speisekarte, bestellt und zahlt bargeldlos. Ein Fahrradkurier des Lieferdienstes bringt das Essen in einer halben Stunde nach Bestellung vorbei - hübsch verpackt und noch warm, so das Versprechen.

Die Webseiten der beiden Lieferdienste sind ähnlich aufgebaut, beide werben mit hochauflösenden Bildern von Gerichten mit viel Rucola. Die Preise sind gleich. "Wir haben ein ähnliches Produkt", sagt Felix Chrobog, Geschäftsführer von Deliveroo, auf Foodora angesprochen. Foodora-Geschäftsführer Julian Dames sagt: "Natürlich spielen wir im selben Markt." Um den Gourmet-Wünschen der Kunden gerecht zu werden, buhlen die zwei Start-ups um dieselben Restaurants.

Viele Gastronomen bieten ihr Essen über beide an, darunter Karl Maria Kinsky, Inhaber des Berliner Burger-Restaurants Black Cat. "Die sollen ruhig Konkurrenz sein", sagt er. "Wir arbeiten mit allen." Zwar hätten sowohl Foodora als auch Deliveroo seinen Laden lieber exklusiv in ihr Angebot aufgenommen. "Aber da wäre ich ja schön blöd als Gastronom." Ein Drittel seiner Umsätze erwirtschafte er bereits dank der Lieferdienste, dabei sei er erst seit etwa zwei Monaten dabei. Ständig gingen seither Fahrradkuriere im Laden ein und aus, das sei "nicht ganz so schick", lohne sich aber.

Sebastian Hunold, Besitzer einer Pizzeria in Kreuzberg, nutzt die Plattformen ebenfalls. Falls dieOnline-Bestellungen überhand nähmen, könne er jederzeit vom Netz gehen. Seine Stammkunden kämen trotzdem lieber ins Restaurant. "Eine Pizza, die 20 Minuten im Karton vor sich hin dampft, hat eben nicht dieselbe Qualität wie im Restaurant", sagt Hunold. Für die Dienste sind zudem 30 Prozent Beteiligung fällig.

Derzeit verzeichnen beide großen Lieferdienste nach eigenen Angaben hohe Zuwächse. Ständig müssten neue Fahrradkuriere eingestellt werden, heißt es bei Deliveroo und Foodora. Doch ist die Zielgruppe der bequemen Gourmets auf Dauer groß genug für mehrere Anbieter? "Es ist ein sehr harter Konkurrenzkampf", sagt Deliveroo-Chef Chrobog.

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27.11.2015, 08:30 Uhr

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