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Zehn Jahre nach der Pleite

Egeria-Mitarbeiter warten auf Geld aus Sozialplan

Zehn Jahre nach der Pleite der Egeria werden jetzt die Fundamente für das neue Quartier „Alte Weberei“ betoniert. Derweil warten die letzten Beschäftigten der Frottierweberei noch immer auf ihre Abfindungen aus dem mit dem Konkursverwalter ausgehan delten Sozialplan.

23.06.2012
  • Mario Beisswenger

Tübingen. Annette Schuberth geht es um die Gerechtigkeit. Die Betriebsratschefin bei Egeria in der Schlussphase der Lustnauer Weberei, fragt immer wieder nach, wie es denn um das Insolvenzverfahren steht. „Das muss doch irgendwann zu einem guten Ende kommen“, sagt die frühere Assistentin der Verkaufsleitung.

2005 hatte der damalige Insolvenzverwalter Hansjörg Wanner 15 Prozent der Ansprüche der zuletzt rund 75 Beschäftigten ausbezahlt. Seitdem kam kein Geld mehr aus der Konkursmasse. Dabei hätten – zumindest rechnerisch – langjährige Mitarbeitende mit Beträgen von deutlich mehr als 10 000 Euro rechnen können. Schuberth selbst hatte wegen ihrer kurzen Zugehörigkeit und ihres jungen Alters wenig zu erwarten. Ihr geht es um die Kolleginnen: „Manche sind seitdem arbeitslos. Die hätten das Geld gut gebrauchen können.“

Dabei macht die jetzt für die Abwicklung zuständige Roswitha Schnitzler wenig Hoffnung auf große Geldbeträge. Ihrer Einschätzung nach „bekommt niemand zigtausende Euro ausbezahlt“. Die Ansprüche der früheren Beschäftigten werden aus der Insolvenzmasse berechnet. Wie hoch die ausfällt, weiß Schnitzler immer noch nicht. Sie ist auf jeden Fall vorsichtig genug, nicht noch einen Abschlag auszuzahlen.

Zehn Jahre für eine komplizierte Liquidation wie bei der Egeria sind für Schnitzler „nicht ganz ungewöhnlich“. Es sei ihr noch nicht gelungen, alle ausstehenden Forderungen der Egeria einzutreiben, darunter auch Ansprüche an andere insolvente Unternehmen der Kock-Gruppe, zu der die Lustnauer Frottierweberei zeitweise gehörte. Außerdem spielt die Deutsche Bank in der Augen der einstigen Beschäftigten noch eine unrühmliche Rolle.

Die hat schon Geld bekommen, weil sie ihre Kredite über die Immobilie abgesichert hatte und vom Grundstücksverkauf des Neubaugebiets „Alte Weberei“ profitierte. Doch die Bank rücke nicht richtig heraus, wie hoch ihre noch verbliebene Forderung ist. „Das ist ein bisschen zäh“, sagt die Insolvenzverwalterin, die den „schwachen Informationsfluss“ beklagt. Wann das Verfahren abgeschlossen sein wird, kann Schnitzler nicht sagen. Nur so viel: Auch zwölf Jahre wären noch keine ungewöhnlich lange Zeit.

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23.06.2012, 12:00 Uhr

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