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Ehekrise an Marokkos Hof
Ein Foto aus besseren Tagen: Lalla Salma und König Mohammed VI. von Marokko im Jahr 2002. Foto: ABDELHAK SENNA / AFP
Monarchie

Ehekrise an Marokkos Hof

König Mohammed VI. und Lalla Salma stehen offenbar vor der Scheidung.

13.04.2018
  • MARTIN GEHLEN

Rabat. Sie galten einst als das Traumpaar der arabischen Königswelt, der marokkanische Herrscher Mohammed VI. und seine Frau Lalla Salma. Ihre prunkvolle Hochzeit 2002 war für die traditionelle Nation eine Sensation. Nun jedoch verdichten sich die Gerüchte, dass die Ehe nach 16 Jahren vor dem Aus steht. Das spanische Klatschmagazin „Hola“ will sogar wissen, dass die Scheidung bereits vollzogen sei, und berief sich dabei auf „Quellen im unmittelbaren Umfeld des Palastes“.

Fest steht, seit dem gemeinsamen Urlaub auf Kuba im April 2017 wurde das Paar nicht mehr gemeinsam gesehen. Und als sich der 54-jährige Monarch Ende Februar in einer Pariser Klinik einer Herzoperation unterziehen musste, fehlte Lalla Salma auf dem Familienfoto am Krankenbett. Stattdessen wurde sie gesehen, wie sie fröhlich durch Marrakesch schlenderte.

Kennengelernt haben sich die beiden 1999 auf einer Party. Lalla Salma war in Fes bei ihrer Großmutter aufgewachsen. Ihre Mutter war gestorben, als sie drei Jahre alt war. Nach dem Abitur studierte sie Informatik und arbeitete beim Finanzdienstleister ONA.

An der Seite ihres königlichen Ehemanns wurde Lalla Salma, die ihre langen, rotbraunen Haare stets offen trägt, rasch zum Aushängeschild des modernen Marokkos. Sie reiste durch die Welt, hielt Vorträge zu Frauenrechten und gründete 2005 ihre eigene Stiftung, die sich um Krebskranke kümmert. Ihre Kinder, Kronprinz Moulay Hassan und Prinzessin Lalla Khadija, sind 14 und 11 Jahre alt.

Inzwischen sucht der Königspalast offenbar nur noch einen geeigneten Zeitpunkt, um dem Volk die Ende der Ehe offiziell zu verkünden. Der Regierungssprecher in Rabat lehnte dazu kürzlich, sichtlich verlegen, jeden Kommentar ab.

Der Herrscher selbst, der vor vier Wochen aus dem Krankenhaus entlassen wurde, zeigt bisher wenig Neigung, nach Hause zurückzukehren. Seit Jahresbeginn war er – bis auf eine Woche – stets in Frankreich, wo er in der Ortschaft Betz ein kleines Schloss besitzt. Und so multiplizieren sich im Netz die Selfies, die „M6“ im T-Shirt oder offenem Hemdkragen zeigen – beim französischen Optiker, beim Einkaufen in einem Jeansladen oder mit Passanten auf der Straße.

Weder die Verhältnisse in seiner Familie, noch die in seinem Königreich scheinen ihn noch groß zu beschäftigen. Daheim grassieren Armut und Arbeitslosigkeit. Die Zahl der Bootmigranten in Richtung Spanien hat sich 2017 im Vergleich zum Vorjahr verdreifacht. Die Berber im Rif-Gebirge begehren auf, im verarmten Norden brodelt es. In sozialen Medien wird er schon als „virtueller König“ verspottet.

Martin Gehlen

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13.04.2018, 06:00 Uhr

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