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"Diener des Staates"

Ehrenpreis der Freiburger Hayek-Stiftung für Roman Herzog

Drei Bundespräsidenten auf einen Streich: Joachim Gauck und Horst Köhler würdigen in Freiburg Roman Herzog für sein Lebenswerk. Herzog gehöre zu den Großen der Republik, sagt Gauck. Und sei ein Vorbild.

23.11.2015
  • DPA

Freiburg Altbundespräsident Roman Herzog (81) ist von zwei seiner Nachfolger für sein Lebenswerk gewürdigt worden. Von Altbundespräsident Horst Köhler erhielt Herzog gestern in Freiburg den Ehrenpreis der Freiburger Hayek-Stiftung. Die Laudatio hielt Bundespräsident Joachim Gauck. Herzog habe sich stets für die Freiheit eingesetzt, sagte Gauck. Er habe sich um sein Land verdient gemacht. Herzog war Bundespräsident von 1994 bis 1999 und das siebte Staatsoberhaupt der Bundesrepublik Deutschland. Er lebt in Jagsthausen bei Heilbronn.

"Sie haben immer Klartext geredet", sagte Gauck. Herzog habe auf Fehlentwicklungen hingewiesen und auf gesellschaftliche Veränderungen gedrängt. Seine Berliner Rede zum "Aufbruch ins 21. Jahrhundert" 1997 sei als "Ruck-Rede" in die Geschichte eingegangen.

Herzog, sagte Gauck, sei "Vordenker und Mahner", Deutschland habe ihm viel zu verdanken. "Er gehört zu den Großen der Bundesrepublik Deutschland." Auch für ihn ganz persönlich sei er Vorbild: "Ich bin ein Schüler meiner Vorgänger", betonte der Bundespräsident. Herzog rief dazu auf, die freiheitliche Grundordnung in Politik und Wirtschaft dauerhaft zu erhalten und immer wieder aufs Neue zu verteidigen. Er selbst habe sich stets als "Diener des Staates, aber auch als Anwalt der Freiheit" verstanden.

Die undotierten Hayek-Preise werden seit 2001 alle zwei Jahre vergeben. Sie sind nach dem Wirtschaftswissenschaftler und Nobelpreisträger Friedrich August von Hayek (1899-1992) benannt. Weitere Preise in diesem Jahr gingen an den Chef der Deutschen Bundesbank, Jens Weidmann, und den früheren Richter am Bundesverfassungsgericht, Udo Di Fabio.

Gauck hatte in seiner Rede angesichts der Bedrohung durch den internationalen Terrorismus zum Verteidigen der freiheitlichen Grundordnung aufgerufen. "Statt des weltweiten Siegeszuges der offenen Gesellschaft, den wir vor einem Vierteljahrhundert erhofften, sind Brandherde der Unfreiheit und Unterdrückung entstanden oder wiederaufgeflammt", sagte Gauck. "Wir sind deshalb gerade in diesen Zeiten auf Verfechter und Förderer freiheitlicher Grundsätze angewiesen - auf Männer und Frauen, Persönlichkeiten, die die Freiheit als Grundprinzip verteidigen".

"Terroristen greifen unsere freiheitliche Gesellschaftsordnung an", sagte Gauck weiter. "Sie bekämpfen unser westliches Versprechen der Entfaltungsfreiheit, jenes Versprechen, das zugleich Hunderttausende bei uns in Europa Zuflucht vor Terror, Krieg, Gewalt, Recht- und Perspektivlosigkeit suchen lässt." Statt Ohnmacht brauche es "Selbstbestätigung und Verteidigung" freiheitlicher Überzeugungen in allen Lebensbereichen und Wertedebatten. "Es ist wichtig, dass wir dieses Lied der Freiheit immer wieder anstimmen", so Gauck.

Ehrenpreis der Freiburger Hayek-Stiftung für Roman Herzog
Erhielt den Preis für sein Lebenswerk: Ex-Bundespräsident Roman Herzog. Foto: dpa

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23.11.2015, 12:00 Uhr

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