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Ein Blick in den Spiegel
Neun Jugendliche aus Deutschland, Spanien und England drehten im Rahmen eines internationalen Schulprojektes eine Kurzdokumentation über „Jugendliche und soziale Netzwerke“. Betreut wurden sie von den Lehrern Jan Hörzer (rechts) und Florian Nüxoll (links). Bild: Schmidt
Facebook & Co

Ein Blick in den Spiegel

Schüler der Geschwister-Scholl-Schule analysieren den Umgang Jugendlicher mit sozialen Netzwerken.

29.10.2016
  • Philipp Schmidt

Im Rahmen eines internationalen Schulprojektes wurde eine Kurzdokumentation zum Thema „Jugendliche und soziale Netzwerke“ gedreht. Das Ergebnis wurde am Donnerstag in der Geschwister-Scholl-Schule in kleinem Kreis präsentiert. Entstanden ist ein etwa 15 Minuten langer Film, der sich neutral dem Thema annähert. Der Film versucht durch Interviews, kurze, gestellte Szenen und Chatverläufe eine Gesamtstimmung einzufangen.

Dabei ist auffällig, wie sehr der Ton vom Alter der Befragten abhängt. Eine Psychologin und ein Sozialarbeiter weisen primär auf die Gefahren intensiver Nutzung der sozialen Medien hin, während die Jugendlichen eher ihre Affinität bekunden. Ein Jugendlicher im Film sagt, wenn die Eltern einem das Handy abnehmen, fühle es sich an, als würde einem das Leben entrissen. Eine andere Aussage lautete: „Ich vergleiche mich automatisch mit anderen.“ Das hätte der Junge möglicherweise jedoch auch gesagt, ohne mit sozialen Netzwerken aufgewachsen zu sein. Auch dass man auf Facebook, Instagram, Twitter & Co. meist nur seine mitgebrachten Ansichten und Interessen widergespiegelt bekommt und diese dadurch eine Verstärkung erfahren, gilt in ähnlicher Weise für Cliquen und Peergroups abseits der sozialen Medien.

Es gibt jedoch spezifische Gefahren: Den Kontrollverlust, den man erleben kann, wenn sich ein Post verselbstständigt; die Suchtgefahr, die sich auch auf die Konzentration beim Lernen auswirkt; neue Formen des Mobbings und Stalkings. Das Fazit des komplett Englisch synchronisierten Films lautet, dass die sozialen Medien das Leben von Jugendlichen durchaus bereichern. Sie dürften mit den Versuchungen jedoch nicht alleingelassen werden, damit die Nutzung nicht überhand nähme, nicht zu Realitätsverlust und Vereinsamung führe.

Im Anschluss wurden Outtakes gezeigt, die bezeugten, wie viel Spaß die Gruppe beim Drehen und in der Nach-Produktion hatte. Die insgesamt neun Jugendlichen aus Deutschland, Spanien und England, die für die nur zweiwöchige Produktionszeit vom Unterricht befreit waren, haben das Projekt weitestgehend selbstständig konzipiert und umgesetzt. Die beiden betreuenden Lehrer, Jan Hörzer und Florian Nüxoll, waren stolz auf das Ergebnis. Eine offizielle Förderung gab es nicht, aber das Kreismedienzentrum habe die professionelle Hardware zur Verfügung gestellt. Das Thema haben sie weniger aus pädagogischen Hintergedanken gewählt, sondern weil es alle Jugendlichen verbinde. Der Film wird nicht veröffentlicht, aber bei Jugendwettbewerben eingereicht.

Als in einer Abschlussrunde die jungen Filmemacher und -macherinnen gefragt wurden, ob die Arbeit an dem Projekt ihre Sicht auf die sozialen Netzwerke verändert hat, fielen die Reaktionen verhalten aus. Die ein oder andere Information sei neu gewesen, vielleicht ginge man jetzt etwas bewusster mit dem Smartphone um. Auf jeden Fall habe man sich angefreundet und wolle in Kontakt miteinander bleiben – selbstredend über soziale Netz- werke.

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29.10.2016, 01:00 Uhr

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