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Jens Wollenschläger wird erster Stiftskirchen-Organist

Ein Carilloneur mit vielen Seiten

Der Stuttgarter Organist Jens Wollenschläger wurde in Tübingen zum Professor für künstlerisches und liturgisches Orgelspiel an der Evangelischen Hochschule für Kirchenmusik und zugleich zum Ersten Organisten an der Stiftskirche gewählt.

16.06.2014
  • Wilhelm Triebold

Tübingen. Montagmorgen saß er bereits vor dem Bistro gleich unterhalb der künftigen Wirkungsstätte, beim gemütlichen Frühstück mit dem Stiftskirchenkantor: Ingo Bredenbach und Jens Wollenschläger, der Neue, werden nun häufiger miteinander zu tun haben. Gemeinsame Interessen dürfte es da einige geben: So weisen die Diskografien der beiden Register-Künstler jeweils CD-Aufnahmen mit Werken des hanseatischen Orgelbarocks aus.

Recht vielseitig und vielstimmig ist das, was der gebürtige Pfälzer Wollenschläger bereits gestemmt hat. In Stuttgart hat er Kirchenmusik und unter anderem bei dem Pianisten Oleg Maisenberg studiert, das Konzertexamen in der Solistenklasse des Hamburger Organisten Pieter van Dijk schloss er mit Auszeichnung ab. Nach Lehraufträgen in Speyer und Neustadt an der Weinstraße wurde Wollenschläger als Kantor und Organist ans Ulmer Münster berufen, und zwar mit einem Teilauftrag als Bezirkskantor in Aalen und zuletzt als Kantor in Stuttgart-Möhringen. Überdies ist er Orgelsachverständiger der Württembergischen Landeskirche.

Seit Jahren arbeitet er – unter anderem als Cembalist des Stuttgarter Kammerorchesters und des Barockorchesters der Ludwigsburger Festspiele – mit namhaften Künstlern, Komponisten und Dirigenten zusammen. Rund 80 eingespielte CDs, seine Kompositions- und internationale Konzerttätigkeit sind weitere Facetten seines Schaffens.

Die größte deutschsprachige Orgelzeitschrift „organ“ kürte Wollenschläger 2010 zum“Interpreten des Jahres“ („Performer of the year“). Ein künstlerischer und musikwissenschaftlicher Schwerpunkt liegt im Bereich der Musik des 16. bis 18. Jahrhunderts sowie der sogenannten Älteren deutschen Orgeltabulatur und der Neuen Musik. Ach ja, und malen tut er auch. Abstrakt, mit leuchtender Farbgestaltung.

Der 38-Jährige übernimmt nun zum kommenden Wintersemester an der Tübinger Hochschule eine Orgelprofessur, die erstmals seit 2010 wieder vergeben wird. An der Stiftskirchenorgel tritt er gleichzeitig die Nachfolge von Hans-Peter Braun an. Die Stelle des Ersten Organisten an der Stiftskirche mit einem Dienstauftrag von 30 Prozent war jahrelang mit dem Amt des Musikdirektors am Evangelischen Stift verbunden. Stelleninhaber Hans-Peter Braun erhöht nun seinen Dienstauftrag am Stift vor dem Ruhestand zum Sommer 2015 auf 100 Prozent, während die Stelle des Ersten Stiftskirchenorganisten mit der Orgelprofessur verbunden wird. Sie umfasst dann einen halben Dienstauftrag.

An der Stiftskirche ist Jens Wollenschläger in Absprache mit den anderen Kirchenmusikern für das Orgelspiel im Gottesdienst zuständig. Er übernimmt zudem die Verantwortung für die Stiftskirchenorgel und organisiert ab 2015 den Tübinger Orgelsommer. „Zu den Aufgaben des Ersten Organisten“, schreibt Wollenschläger freudig auf seiner Homepage, „zählt unter anderem auch die Tätigkeit als Carilloneur, also das Spiel des neuen Glockenspiels der Stiftskirche.“

Zur Zeit sucht die Familie Wollenschläger eine feste Bleibe in Tübingen. Seine Frau arbeitet bereits hier.

Info: Die Tübinger Stiftskirchenmotette am 4. Oktober ist bereits für den Organisten Jens Wollenschläger reserviert.

Ein Carilloneur mit vielen Seiten
Orgel-Primas und -Professor: Jens WollenschlägerBild: Heyde

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16.06.2014, 12:00 Uhr

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