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Ein Dorf sieht schwarz

Ein Dorf sieht schwarz

Komödie über einen aus dem Kongo stammenden Arzt, der in einem französischen Dorf zu praktizieren beginnt.

Ein Dorf sieht schwarz

Bienvenue à Marly-Gomont
Frankreich 2016

Regie: Julien Rambaldi
Mit: Marc Zinga, Aïssa Maïga, Bayron Lebli, Medina Diarra, Jonathan Lambert

96 Min.

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02.06.2017

Von Klaus-Peter Eichele

Frankreich in den 1970-er Jahren: Nach abgeschlossenem Medizinstudium steht der aus dem Kongo stammende Seyolo Zantoko (Marc Zinga) vor der Entscheidung: Leibarzt des Diktators Mobutu werden oder in einem gottverlassenen Kaff in der französischen Provinz praktizieren. Weil er ein anständiger Kerl ist, entscheidet sich Seyolo für letzteres - zumal seine Familie aus Kinshasa nachkommen darf und irgendwann die Staatsbürgerschaft winkt.

Dummerweise haben die Hinterwäldler noch nie einen Dunkelhäutigen gesehen und benehmen sich auch so: Die erste Patientin nimmt panisch Reißaus und beim ersten Hausbesuch fliegt dem Neuankömmling Blei um die Ohren. Während Frau und Kinder schwer an den dumpfen Verhältnissen leiden, lässt sich Seyolo von nichts in seiner Überzeugung beirren: Wer sich anstrengt und anpasst, wird irgendwann akzeptiert.

Weil „Bienvenue à Marly-Gomont“ eine leichte Komödie ist, kommt es auch so, doch laufen bis dahin noch viele kulturelle Missverständnisse, aberwitzige Assimilationsversuche, eine Ehekrise und eine fiese rassistische Intrige auf. Die Grenze zur galligen Sozialkritik überschreitet Regisseur Julien Rambaldi jedoch nur selten, im Wesentlichen regiert sanfter, gern an ethnische Eigenheiten gelehnter Klamauk. Sehr hübsch ist die Szene, in der Seyolos Verwandtschaft die Heilige Weihnachtsmesse mit heißen Rumba-Rhythmen aufmischt, es gibt aber auch schale Gags wie die unvermeidliche erste Fahrstunde.

Frei nach der Familiengeschichte des bekannten Rappers Kamini labt sich die sympathische Komödie an einer Zeit, als die Konfrontation von Eingeborenen und Fremden manchen schrägen Auswuchs, aber noch keinen schieren Hass gebar. Wem das etwas beschönigend dünkt, kennt eben Seyolo und seinen entwaffnenden Glauben an das Gute im Menschen noch nicht.

Sichert sich zwischen dem Kulturclash der Schti’s und dem Salonrassismus Monsieur Claudes ein Plätzchen.

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Erstellt:
2. Juni 2017, 11:11 Uhr
Aktualisiert:
2. Juni 2017, 11:11 Uhr
zuletzt aktualisiert: 2. Juni 2017, 11:11 Uhr

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