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Ein Dutzend fällt bei Lehrgang in Pfullendorf aus
Strammstehen bei extremer Hitze oder eisiger Kälte: Die Bundeswehr verlangt ihren Soldaten alles ab. Foto: Andreas Gebert dpa
Bundeswehr

Ein Dutzend fällt bei Lehrgang in Pfullendorf aus

Zwölf von 36 Soldaten müssen einen mehrtägigen Marsch in klirrender Kälte wegen gesundheitlicher Probleme abbrechen.

03.03.2018
  • PETRA WALHEIM

Pfullendorf. Die Vor- und Ausfälle in der Staufer-Kaserne in Pfullendorf reißen nicht ab: Bei einem viertägigen Geländemarsch des Ausbildungszentrums Spezielle Operationen in dieser Woche sind aufgrund der klirrenden Kälte und der Anstrengungen 12 von 36 Soldatinnen und Soldaten wegen verschiedener Ursachen ausgefallen. Das hat ein Sprecher des Heeres bestätigt. Eine Soldatin bekam bei einem Orientierungsmarsch gesundheitliche Probleme und wurde in eine Klinik gebracht.

Die 36 Zeitsoldatinnen und -soldaten wollten den Lehrgang „Überlebensausbildung für Offiziersanwärterinnen und Offiziersanwärter der Luftwaffe“ absolvieren. Er ist Teil der Offiziersausbildung und gehört zum Pflichtprogramm. Ziel des „standardisierten Lehrgangs“ ist, dass die Soldaten lernen, wie sie bei einem Absturz in extremen Situationen überleben können. Dabei werden verschiedene Szenarien durchgespielt, und sie bekommen theoretische und praktische Fähigkeiten und Verfahrensabläufe „zur luftgestützten Rettung und Rückführung“ vermittelt.

Besonders extrem waren bei dem Lehrgang in dieser Woche vor allem die Temperaturen. Der Lehrgang ist so angelegt, dass die Soldaten von Montag bis Donnerstag im Freien sind, also auch die Nächte draußen verbringen. Aufgrund des strengen Frosts durften die Auszubildenden nach Auskunft des Sprechers die letzte Nacht von Mittwoch auf Donnerstag in der Kaserne verbringen. Zu Beginn des Lehrgangs werde eine „gewisse Menge Verpflegung“ bereitgestellt, sagt der Sprecher. Getränke seien „in ausreichender Menge“ vorhanden.

Unterschiedliche Ursachen

Am Abend des 27. Februar (Dienstag) hatten die Soldaten nach Angaben des Sprechers einen Orientierungsmarsch zu absolvieren. Dabei soll die Temperatur minus neun Grad betragen haben. „Nach dem Marsch konnten sich die Soldatinnen und Soldaten an einem Feuer wärmen. Es stand warmer Tee zur Verfügung“, sagt der Sprecher.

Bei diesem Orientierungsmarsch sei eine Soldatin aus gesundheitlichen Gründen ausgefallen. Die zuständigen Vorgesetzten hätten entschieden, die Soldatin zum nächsten Arzt in das Krankenhaus Pfullendorf bringen zu lassen. Dort sei sie bis zum 1. März geblieben. „Insgesamt haben zwölf Soldatinnen und Soldaten aufgrund unterschiedlicher Ursachen den Lehrgang im Lauf der Ausbildungswoche auf eigene Entscheidung abgebrochen“, sagt der Sprecher. Er betont jedoch auch, dass die Teilnehmer vor dem Lehrgang „über Ziel, Zweck und Inhalte der Ausbildung“ informiert worden seien. „Ebenso wurde auf die erhöhten körperlichen Anforderungen bereits im Rahmen der Offiziersausbildung der Luftwaffe hingewiesen“. Nach Auskunft des Sprechers hat das Abbrechen des Lehrgangs keine Konsequenzen für die Offiziersanwärter. Sie könnten den Lehrgang zwar wiederholen, müssten es aber nicht.

Der Termin des Lehrgangs habe schon länger festgestanden, deshalb sei es schwierig gewesen, ihn wegen des Frosts zu verschieben. „Wohin auch“, fragt der Sprecher. Wenn die Offiziere im Dienst abstürzten, könnten sie sich die Witterung auch nicht aussuchen. Der Sprecher weist darauf hin, dass auch bei anderen Lehrgängen durchaus auf die extremen Temperaturen reagiert worden sei. So seien Lehrgänge zum Teil verkürzt worden.

Dass Soldaten ausfallen, ist in der Staufer-Kaserne in Pfullendorf nicht mehr ungewöhnlich. Erst vor gut einer Woche ist bekannt geworden, dass Anfang Januar sechs Soldaten einen Geländelauf wegen körperlicher Erschöpfung oder Verletzung abbrechen mussten. Ein Soldat sei „vorsorglich zur weiteren medizinischen Behandlung“ in ein Krankenhaus gebracht worden, informierte die Bundeswehr damals und versicherte, das Heer nehme den Vorfall „sehr ernst“. Anfang 2017 war die Staufer-Kaserne wegen qualvoller Aufnahme-Rituale und sexuell-sadistischer Praktiken unter den Soldaten in die Schlagzeilen geraten.

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03.03.2018, 06:00 Uhr

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