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Freiluft-Auftakt

Ein Event für jedes Alter

Der „Horber Frühling“ lockte gestern Tausende in die Stadt am Neckar. Neben Shopping und Information gab es auch Kultur.

03.04.2017
  • Dunja Bernhard

Das Wetter war ideal für einen Stadtbummel. Nicht zu warm und doch sonnig. Frau war überwältigt, wegen des Verlangens nach einem neuen Outfit, luftig und farbenfroh. Mann denkt eher an eine Fahrt im Cabrio. Beide Geschlechter kamen beim „Horber Frühling“ mit verkaufsoffenem Sonntag, Gesundheitsmesse, elsässisch-schwäbischem Markt und Autoschau auf ihre Kosten.

Auf dem Flößerwasen stieß der vom Bahnhof kommende Besucher sogleich auf eine weitere Idee für einen Frühlingsausflug: Trikes. Zunächst musste es beim Träumen von einer Ausfahrt auf den dreirädrigen Maschinen bleiben. Doch große und kleine Fahrer konnten schon mal für ein Foto Platz nehmen.

In der Markthalle auf dem Flößerwasen war ein Teil der Gesundheitsmesse untergebracht. Weitere Stände säumten Neckarstraße und Gutermannstraße. Der Weg führte somit an den geöffneten Geschäften vorbei.

Beim Friseursalon Kamm-In sorgten Darth Vader und zwei Klonkrieger für Aufsehen. Die drei jungen Männer in täuschend echten Star-Wars-Kostümen lassen sich mieten, sagte Sigi Rasch. Etliche Star-Wars-Fans machten ein Foto von sich mit den Dreien. Anschließend hielt Rasch ihnen eine Spendendose hin. Denn am Sonntag dienten die futuristischen Krieger vor allem dazu, Spenden zu sammeln. Das Geld geht je zur Hälfte an „Hilfe für Kinder“, die Stiftung der Kinderklinik Tübingen und das Horber Jugendhaus Marmorwerk.

In der Hirschgasse lud die Musikschule Lautpegel zum Verweilen ein. Bei geöffneten Türen schallte die Musik bis auf die Straße hinaus. Dort sammelte sich eine Menschentraube. Wer lieber gemütlich verweilen wollte, nutzte die Sitzgelegenheiten im Inneren.

Gegenüber im Steinhaus bot der Förderverein Stiftskirchendach Kaffee und selbst gebackene Kuchen an. Ruhe und Kühle empfing die Besucher: Eine kleine Auszeit vom Trubel auf der Straße.

Denn am Nachmittag wurde es richtig voll auf den Gassen. Lange Menschenschlangen bildeten sich vor den Eisgeschäften und an den Verkaufswagen für Pizza oder schwäbische Spezialitäten.

Der kühle Wind hatte sich aus dem Neckartal verzogen. Auf den Bänken vor der Bühne in der Gutermannstraße ließ es sich gut aushalten. Die Musikvereine aus Talheim und Eutingen sorgten für zünftigen Blasmusiksound. Die Tanzschule Gayer präsentierte moderne Videoclip-Tänze. Der Karateclub Hara war mit zahlreichen Gruppen vertreten. Kinder, Jugendliche und Erwachsene zeigten die sanfte Art des Kampfsports.

Als ein Publikumsmagnet entpuppte sich der nach elf Jahren wiederbelebte Schnäppchenmarkt in der Turnhalle der Gutermann-Grundschule. Dort boten Horber Einzelhändler reduzierte Waren an. Das Angebot reichte von Pflanzen und Gartenbedarf über Inneneinrichtung und Wein bis zu Sport-, Damen- und Brautmoden.

Der elsässisch-schwäbische Markt mit Kulinarischem und Kunsthandwerk lockte auf den Marktplatz. Die Elsässerin Anne Paulen ist seit dem ersten deutsch-französischen Markt in Horb dabei. Sie verkauft Gelees, Marmeladen, Sirupe und Liköre, die sie aus alten Fruchtsorten herstellt. „Die Rezepte sind neu, aber ganz einfach“, sagt sie.

Maurice Bricka ist mittlerweile eine Institution in Horb, nicht nur beim Horber Frühling. Er ist bekannt für geflammten Lachs und Crêpes mit süßen und salzigen Füllungen. Elsässer Weine kredenzte die Domaine Motz: die Auswahl reichte von weißem Syvaner bis zum tiefroten Pinot Noir.

Aus der Nähe von Loßburg kommen die Zutaten zu Sibylle Raetzers Brotaufstrichen, Chutneys und Pesto. Auf dem Carmelittenhof betreibt sie mit ihrem Mann Christoph eine kleine Landwirtschaft. Auf großes Interesse stieß das „Wunderbrot“. Es kommt ohne Mehl und Hefe aus und schmeckt doch wie ein richtiges Brot. Das Geheimnis sind Flocken, Saaten und Flohsamenpulver.

Peter Hamm und Herbert Ade boten Spezialitäten von Wildschwein, Reh und Hirsch an. Geschossen in heimischen Wäldern und selbst verarbeitet. Die gebrühte „Wildsauwurst mit ABS ( a bissl Senf)“ war eine echte Alternative zur Roten Wurst.

Mit dem Horber Frühling begann die Horber Wildkräuterwoche. Kräuterpädagogin Anneliese Braitmaier zeigte auf der Gesundheitsmesse, wie aus frischen Wildkräutern und Salz im Mörser in wenigen Minuten ein schmackhaftes und reichhaltiges Würzmittel entstehen kann. In der Sonne getrocknet halte es, „bis der Deckel vom Glas roste“, sagte sie. Floristin Claudia Sandler kombiniert in Pflanzschalen Kräuter mit Blühpflanzen. So lasse sich auf kleinem Raum Schönes mit Nützlichem verbinden, sagt sie. Wie beim Bummeln und Einkaufen am Sonntag in der Horber Innenstadt.

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03.04.2017, 01:00 Uhr

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