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Ein Hund im Wolfspelz
Der erste Anschein trügt: Elsa ist kein Wolf, sondern einer der in Deutschland sehr seltenen Saarlooswolfhunde. Man erkennt sie an den größeren Ohren. Foto: dpa
Tiere

Ein Hund im Wolfspelz

Nicht alles, was wie ein Wolf aussieht, ist auch einer. Viele Sichtungen des Raubtiers könnten frei laufende Wolfshunde sein.

17.01.2017
  • DPA

Hohenhameln. Ohne Halsband darf Elsa nicht mehr frei herumlaufen, denn dann fürchten sich manche Menschen. Sie glauben, dass Elsa ein Wolf ist – dabei ist sie ein Hund, wie Besitzerin Daria Mathiaszyk erzählt. Seit die 30-Jährige ihrer Elsa bei Spaziergängen eine orangefarbene Warnweste anzieht, haben sich die Reaktionen geändert. „Die Faszination ist noch da, aber die Leute haben keine Angst mehr“, erzählt die Frau aus Hohenhameln in Niedersachsen. „Es sprechen mich aber immer noch viele Leute an.“

Die knapp fünfjährige Elsa ist ein Saarlooswolfhund – ein großes Tier, dessen Körperbau, Gang und Fell einem Wolf ähneln. „Sie sind ganz anders als andere Hunde“, sagt Mathiaszyk. „Man kommt nur mit viel Liebe und Geduld weiter.“ Mit Druck erreiche man bei Saarlooswolfhunden nichts. „Sie sind unglaublich einfühlsam, sensibel und kuschelig. Für mich sind es die perfekten Hunde“, sagt die Studentin, die zum zweiten Mal einen solchen Hund besitzt, der nicht bellt, sondern ähnlich wie ein Wolf heult.

Dass Elsa so viel Aufmerksamkeit erregt, findet Mathiaszyk anstrengend. Sobald sie mit ihrer Hündin unterwegs ist, tuscheln die Leute oder drehen sich nach ihr um. Pro Spaziergang werde sie mindestens zehn Mal angesprochen, sagt sie. „Guck mal, der sieht aus wie ein Wolf“, höre sie ständig. Und immer öfter: „Ist das ein Wolfshund?“

Als Laie könne man bestimmte Hunderassen, die aus der Kreuzung zwischen Hund und Wolf entstanden sind, kaum von echten Wölfen unterscheiden, sagt Wolfsexperte Frank Faß. Um Interessierten die Ähnlichkeit und Unterschiede zu zeigen, hält er in seinem Wolfcenter Dörverden nahe Bremen auch zwei Wolfshunde. Einer davon ist ein Tschechoslowakischer Wolfhund, der andere ein Mischling aus Tschechoslowakischem Wolfhund und Schäferhund. Von den Wölfen im Gehege nebenan sind sie nur bei genauem Hinsehen zu unterscheiden.

„Der Körperbau ist ähnlich“, sagt Faß und verweist dann auf Unterschiede. So haben Wölfe kleinere Ohren als Wolfshunde. Wer genau beobachtet, erkennt zudem verschiedene Farbmuster. Der Tschechoslowakische Wolfhund hat ein helleres Fell als der Wolf. Aber: „Das ist zum Verwechseln ähnlich.“

Seit immer mehr Wölfe durch deutsche Wälder streifen, häufen sich „Wolfssichtungen“, die in Wahrheit Hundesichtungen sind, wie eine Sprecherin des Bundesumweltministeriums in Berlin berichtet. Aber: „Eine bundesweite Übersicht über solche vermeintlichen Wolfssichtungen gibt es nicht“, sagt sie.

In Kassel alarmierten im vergangenen April mehrere Verkehrsteilnehmer die Beamten, weil sie auf einer Straße angeblich einen Wolf gesehen hatten. Auch die Polizisten trauten ihren Augen kaum, wie die Polizei mitteilte. Schnell stellte sich aber heraus, dass es sich nicht um einen Wolf, sondern um einen ausgebüxten Hund handelte. Auch Elsa schaffte es jüngst in die Zeitung – als Wolf. dpa

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17.01.2017, 06:00 Uhr

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