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Weniger Verkehr in der Oststadt

Ein Jahr Parkraumbewirtschaftung: Bewohner mehrheitlich zufrieden

Seit April 2011 werden für das Parken in der Oststadt Gebühren erhoben. Gestern befasste sich erstmals der Bau-, Verkehrs- und Umweltausschuss mit den Auswirkungen der Parkraumbewirtschaftung und durfte zur Kenntnis nehmen, dass die Mehrheit der Anwohner mit der Regelung zufrieden ist.

06.07.2012
  • Bernd Ulrich Steinhilber

Reutlingen. Das Fazit der jetzt vorliegenden Evaluierung ist eindeutig: Die Zahl der freien Parkplätze erhöhte sich um durchschnittlich 15 Prozent, das Verkehrsaufkommen ist um 12 Prozent zurückgegangen. Parkplätze außerhalb der Oststadt sind besser ausgelastet, doch immer noch verfügen die Oststadt-Parkhäuser über Reserven, stellte der Leitende Stadtbaudirektor Arno Valin gestern bei einem Pressegespräch fest. Die Mehrheit der Bewohner sei mit dem Konzept zufrieden. Allerdings, räumte er ein, könne man die Verschlechterung für die Berufstätigen nicht übersehen, insofern sie zwar einen Parkplatz finden, dafür aber bezahlen müssen.

Außerdem erzeuge, was sich für die Oststadt günstig auswirkt, in angrenzenden Stadtgebieten Probleme. Viele Dauerparker, namentlich Schüler des Berufsschulzentrums, stellen ihre Fahrzeuge jetzt im Burgholz ab oder im Bereich der Achalm, wo sie noch kostenfrei parken können. Und auch auf der Blos und auf dem Steinenberg verknappen sich die Parkplätze.

Zudem habe sich die Hoffnung, dass Autofahrer im großen Stil auf den Öffentlichen Personennahverkehr umsteigen, nicht erfüllt. Ohnehin spricht die Verwaltung schon von Nachbesserungen: So soll etwa

die Parkraumbewirtschaftung auch in anderen Stadtteilen eingeführt werden,

das Burgholz und Achalmgebiet Bereiche für das Bewohnerparken erhalten,

in den bewirtschafteten Gebieten teilweise ein Monatsticket eingeführt werden,

der Nachttarif wegfallen und die Parkplätze den Bewohnern zur Verfügung stehen,

der bestehende Stunden- und Tagestarif aber beibehalten

und der Tagestarif von 6 Euro durch einen Monatstarif von 65 Euro ergänzt werden, um die Berufstätigen etwas zu entlasten.

„Wir befinden uns mitten in einem Paradigmenwechsel der Mobilitätsgestaltung“, sagte die Erste Bürgermeisterin Ulrike Hotz – eine Bemerkung, die auf die stärkere Nutzung des Öffentlichen Personennahverkehrs und andere Verkehrsmittel als das Auto abzielte. Konkret und bevor weitere Stadtgebiete in die Parkraumbewirtschaftung einbezogen werden, geht es freilich zunächst um die Verkehrsberuhigung in der Oststadt und darum, mehr Fahrzeuge in Parkhäuser zu bekommen. Immer noch gilt: An der Auslastung der Parkhäuser in der Oststadt hat sich seit Einführung der Parkraumbewirtschaftung nichts geändert.

In der Ausschusssitzung gestern Abend warnte Rainer Löffler (CDU) vor Insellösungen. Es sei deshalb richtig, auch im Burgholz und im Bereich der Achalm den Parkraum zu bewirtschaften. Und mit der Blos und dem Steinenberg sollte man nicht noch zwei Jahre zuwarten. Um das Umsteigen auf den Bus attraktiver zu machen empfahl Edeltraut Stiedl (SPD), den Park- and Ride-Platz am Südbahnhof freundlicher zu gestalten. Gabriele Janz (Grüne) forderte dazu auf, den Bürgern zu sagen „wie wir den Individualverkehr verringern und Mobilität gestalten wollen“. Auch Peter Hörz (RSÖ) setzt auf eine Verbesserung des ÖPNV und nannte das Beispiel Schaffhausen. Dort habe man mit den Einnahmen aus der Parkraumbewirtschaftung die Taktzeiten der Stadtbusse deutlich verkürzt.

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06.07.2012, 12:00 Uhr

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