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Ein Kanare und die Steueroasen
Industrieminister José Manuel Soria stolperte über Firmenaktivitäten auf der Kanalinsel Jersey. Foto: afp
Zur Person

Ein Kanare und die Steueroasen

Er ist das erste politische Opfer der Panama-Papiere in Spanien: Minister José Manuel Soria tritt zurück. Für Regierungschef Rajoy ist es eine Hiobsbotschaft.

16.04.2016
  • MARTIN DAHMS

"Ich erinnere mich nicht, das unterschrieben zu haben", sagte José Manuel Soria am Donnerstag einem "El País"-Reporter. Die Erinnerungslücke hat den spanischen Industrieminister nun sein Amt gekostet. Gestern trat der 58-Jährige zurück. Er legte zugleich sein Mandat im Parlament und den Vorsitz der konservativen Volkspartei (PP) auf den Kanarischen Inseln nieder.

Die Unterschrift, an die er sich nicht erinnert, hatte die Zeitung "El Mundo" publik gemacht: Sie steht unter einem Schriftstück vom November 2002, das die Auflösung einer Firma besiegelt, die Soria und sein Bruder geführt hatten. Firmensitz: die britische Kanalinsel und Steueroase Jersey. Erst kürzlich aber hatte Soria erklärt, nie in Steueroasen Geschäfte gemacht zu haben.

Der Minister wäre womöglich noch im Amt, wenn er sich in seinen eigenen Geschäften besser ausgekannt hätte. Am Montag tauchten erste Informationen aus den Panama-Papieren auf: Demnach war Soria vor 24 Jahren, vor seinem Eintritt in die Politik, für zwei Monate Verwalter einer Firma auf den Bahamas. Statt die damaligen wohl legalen Geschäfte offenzulegen, wollte Soria glauben machen, dass alles ein Irrtum sei: Die Bahamas-Firma sei nur ein Geschäftspartner des Familienunternehmens der Sorias - einem kanarischen Obstexporteur - gewesen. Das war so unglaubhaft, dass Zeitungen weiter recherchierten und auf das Dokument aus Jersey stießen.

Der Rücktritt ist keine gute Nachricht für Ministerpräsident Mariano Rajoy. Seit den Parlamentswahlen vor knapp vier Monaten verhandeln die Parteien über Regierungsbündnisse - allerdings ohne Rajoys PP. Ein Hauptgrund dafür ist die Verstrickung der Konservativen in immer neue Korruptionsaffären. Der Fall Soria ist ein weiterer Mosaikstein.

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16.04.2016, 06:00 Uhr

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