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Krankenhäuser Landkreis Freudenstadt gGmbH

Ein Konzernlagebericht à la Schmidhuber

Der Konzernlagebericht 2011 der Krankenhäuser Landkreis Freudenstadt gGmbH (KLF) liest sich passagenweise so, als sei er von den Vorjahresberichten des geschassten Geschäftsführers Rainer Schmidhuber abgeschrieben worden:

25.09.2012
  • Andreas Ellinger

„Die Strategie der KLF gGmbH verfolgt seit dem Geschäftsjahr 2003 nachhaltig und mit Erfolg das Ziel der Sicherung sowie der Ausschöpfung der Patientenpotenziale im Landkreis Freudenstadt. Als Zielsetzung bedeutet dies, dass alle am Leistungsgeschehen beteiligten Partner im Landkreis Freudenstadt bestmöglich zur Erreichung dieses Zieles zusammenarbeiten und somit eine eindeutige Win-Win-Situation erreichen.“ Die „Zielsetzung“ ist also darauf ausgerichtet, „dieses Ziel“ zu erreichen… – das muss ja zum Erfolg führen. Oder?

Wir erinnern uns daran, welche der „am Leistungsgeschehen beteiligten Partner“ die KLF-Führung seit dem Jahr 2003 verärgert hat… Das fing bei Mitarbeitern an, ging bei möglichen Patienten sowie Hausärzten im Horber Raum weiter und endete bei niedergelassenen Ärzten im Freudenstädter Bereich. Ursächlich waren unter anderem Bespitzelung, Arbeitsüberlastung, Leistungsabbau und die Landkreis-Konkurrenz für Arzt-Praxen in Form von Medizinischen Versorgungszentren (MVZ).

Womöglich hat sich der KLF-Aufsichtsrat Anfang 2011 nur deshalb vom damaligen Geschäftsführer Schmidhuber getrennt, weil kein Porzellan mehr da war, das er noch zerschlagen hätte können.

Diese Vorgeschichte hinderte den Übergangs- und heutigen Vize-Geschäftsführer Theo Blum sowie den heutigen Geschäftsführer Peter Mast nicht daran, einen Konzernlagebericht aufzustellen beziehungsweise zu unterschreiben, der nahtlos an die Ära Schmidhuber anknüpft. So finden sich darin unter den „wesentlichen Chancen und Risiken der künftigen Entwicklung“ traditionell die „negativen Öffentlichkeitsfaktoren am Standort Horb“. Darin heißt es: „Die Entwicklungsthemen am Standort Horb wurden von Beginn an mit teilweise ausgesprochen negativen und sich nicht an pragmatisch machbaren Entwicklungssachverhalten orientierten Erwartungshaltungen und Anforderungsprofilen einzelner weniger Kommunalpolitiker und Vertreter der Presse konfrontiert. Die somit erzeugte negative Atmosphäre überlagerte unnötigerweise alle Entwicklungsmaßnahmen am Standort Horb und führte zu einer latenten Verunsicherung der BürgerInnen und PatientInnen. Das somit erzeugte negative Klima hatte in der Vergangenheit eindeutig geschäftsschädigenden Charakter für beide Standorte. Um diesem entgegen zu wirken, hat der neue Aufsichtsratsvorsitzende, Landrat Dr. Rückert, eine Kommission (Röber-Kommission) ins Leben gerufen, welche die Kreistagsbeschlüsse der vergangenen Jahre aufarbeitete und bewertete. […] Partei-übergreifend fand die Arbeit der Kommission breite Zustimmung, mit dem das Leistungsspektrum vor allem im chirurgischen Bereich nach dem Umbau (2011 bis 2013) abgebildet wurde.“ Diese Zustimmung gab es wohlgemerkt, nachdem das Schmidhuber’sche Konzept verändert und die Chirurgie vergrößert worden war. FDP-Kreisrat Dr. Ernst Wolf kritisierte in der Kreistagssitzung am Montag, dass die „Kausalität der Röber-Kommission falsch dargestellt“ worden sei.

Auch im nicht-öffentlichen Teil der Sitzung ging es um die KLF… Nach Informationen der SÜDWEST PRESSE steht das Um- und Anbaukonzept fürs Hospital-Gebäude inhaltlich bereits zur Disposition, bevor es realisiert ist – es befindet sich gegenwärtig im Bau.

Zumindest untersucht und diskutiert wird jetzt offenbar der finale Vollzug der Schmidhuber-Pläne aus dem Jahr 2006: Die Schließung des Hospitals mit Ersatz. Der „Ersatz“ sind das MVZ und die Klinik für Geriatrische Rehabilitation, die eventuell noch um eine Akut-Geriatrie (Altersmedizin) ergänzt werden könnte. Von einem Krankenhaus der Grundversorgung ist dann in Horb nichts mehr übrig.

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25.09.2012, 12:00 Uhr

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