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Ein Leben als Nummer zwei
50 Jahre ein Paar: Rick Parfitt und seine Telecaster. Foto: dpa
Pop

Ein Leben als Nummer zwei

Fast 50 Jahre spielte er bei Status Quo. Der Sänger und Gitarrist Rick Parfitt ist im Alter von 68 Jahren gestorben.

27.12.2016
  • HELMUT PUSCH

Marbella. Er war der Compay Segundo des Rock: der Kumpel, der in der Band die Rhythmusgitarre spielt und die zweite Stimme singt. Und das machte Rick Parfitt neben Frontmann Francis Rossi fast fünf Jahrzehnte lang bei Status Quo, jener Band, die als Flower-Power-Gruppe erste Erfolge feierte, aber dann die Carnaby-Street-Klamotten mit T-Shirts und ausgewaschenen Jeans vertauschte, um fortan bodenständigen Boogie runterzuknüppeln. In knapp 50 Jahren gaben sie tausende Konzerte und verkauften mehr als 120 Millionen Tonträger. Nur Queen, die Beatles und Elvis dominierten die europäischen Albumcharts länger.

An Heiligabend starb Rick Parfitt im Alter von 68 Jahren im spanischen Marbella; nach Angaben seines Managers an den Folgen einer Infektion nach einer Operation an der Schulter. Der Sänger und Gitarrist hinterlässt vier Kinder und Ehefrau Lyndsay Whitburn.

Parfitt wuchs in einer Sozialbausiedlung in Woking im Süden Londons auf. Der kleine Rick lernte mit elf Jahren Gitarre spielen, inspiriert vom „King of Skiffle“ Lonnie Donegan. Und Parfitt feierte schon erste Erfolge, bevor er 1967 bei Status Quo einstieg. Nach ersten psychedelischen Ausflügen wie „Pictures Of Matchstick Men“ schaffte die Band den Durchbruch Anfang der 70er Jahre mit ungeschliffenen, rockigen Hits wie „Paper Plane“ und „Caroline“. Danach wurde der Band-Name zum Programm: Die Fans wollten Gassenhauer wie „Whatever You Want“ oder „Rockin' All Over The World“, simple Melodien, Gitarren-Boogie ohne Experimente. Das Publikum blieb deshalb seinen Helden treu: Status Quo überstand alle popmusikalischen Zeitläufte.

Soviel Konstanz hatte Parfitts Privatleben nie: Seine erste Ehe zerbrach, nachdem seine zweijährige Tochter Heidi im Pool seines Hauses in Surrey ertrank. „Das Leben ging weiter und man lernt, damit zu leben, aber man kommt nie darüber hinweg. Niemals . . .“, sagte er einmal. Parfitt stürzte sich in die Arbeit, war ständig auf Tournee, dröhnte sich mit Alkohol und Kokain zu. Auch seine zweite Ehe mit seiner Jugendliebe Patti Beedon scheiterte. Mit seiner dritten Ehefrau Lyndsay Whitburn lebte er zuletzt im spanischen Málaga; sie haben Zwillinge. Bei ihnen wollte Parfitt all das gutmachen, was er bei seinen älteren Söhnen verpasst hatte.

Parfitts exzessiver Lebensstil hatte Folgen: 1997 überstand er den ersten Herzinfarkt, gefolgt von Kehlkopfkrebs und zwei weiteren Herzinfarkten. Den vierten hatte er im Juni nach einem Konzert in der Türkei. Parfitt sei für Minuten „praktisch tot“ gewesen, teilte Bandmanager Simon Porter mit. Im Oktober 2016 gab Parfitt daher bekannt, dass er mit Status Quo nicht mehr auftreten werde. Helmut Pusch

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27.12.2016, 06:00 Uhr

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