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„Ein Leben mit der Kunst ist immer ein reiches Leben“
Seine Sammlung ist in Baden-Baden zu sehen: Frieder Burda. Foto: dpa
Der Sammler Frieder Burda wird heute 80 Jahre alt – Sein Museum steht in Baden-Baden

„Ein Leben mit der Kunst ist immer ein reiches Leben“

Frieder Burda wird heute 80 Jahre alt. Für Kunst hat er viel ausgegeben. Doch sie macht ihn auch reich – im Herzen. Seine Sammlung ist sein Lebenswerk. 

29.04.2016
  • SUSANNE KUPKE, dpa

Baden-Baden. Wie zufrieden sind Sie mit Ihrem Leben?

FRIEDER BURDA:  Ein Leben mit der Kunst und den vielen Begegnungen mit Künstlern ist immer ein reiches Leben. Je älter man wird, desto bewusster wird einem dies. Was mich anfangs als persönliche Obsession trieb, erscheint mir heute als weiser Beschluss.

Werden Sie auch jenseits der 80 weiter Kunst sammeln?

BURDA: Bei einem Sammlungsbestand von über 1000 Werken ist man der Pflege und dem Erhalt der Sammlung natürlich verpflichtet. Allein das erfordert viel Engagement und Aufmerksamkeit. Irgendwann geht es nicht mehr allein darum, dem ewig Neuen nachzujagen. Und schon gar nicht dem, was spekulativ interessant ist. Das wird heute im Kunstmarkt und beim Kunstsammeln oft genug übersehen. Gleichwohl bin ich nach wie vor offen dafür, die Sammlung zu erweitern.

Entscheiden Sie allein über Neuankäufe?

BURDA: Ich bin sehr froh, dass mich Patricia Kamp, meine Stieftochter, die eine jüngere Generation vertritt und schon seit einigen Jahren die Museumstätigkeiten begleitet, über aktuelle Entwicklungen auf dem Laufenden hält. Und ich darf Ihnen verraten, dass wir in Kürze den Erwerb verschiedener Neuankäufe bekannt geben werden.

Sie haben vor knapp einem Jahr für 40,5 Millionen Dollar einen Rothko verkauft – war das nötig, um den Betrieb des Museums zu sichern?

BURDA: Es war eine schwere, aber richtige Entscheidung. Die Trennung von einem so bedeutungsvollen Werk aus meiner Sammlung wurde durchaus kritisch beobachtet, auch von den Medien. Aber dieser eine Schritt ermöglicht uns viele neue Schritte in der Zukunft. Und in der Tat, die Sicherung der Stiftungsaktivität und des Ausstellungsbetriebs meines Museums will ich gerne noch zu Lebzeiten und für viele Jahrzehnte im Voraus auf absolut sichere Beine stellen. Dass dies nun gelungen ist, beruhigt mich sehr.

War das der einzige Grund?

BURDA: Eine Sammlung bleibt nur lebendig und wird nicht statisch, wenn sie sich weiterentwickelt. Manchmal muss sie das aus sich heraus tun. Unter den neuen bedeutenden Werken, die wir angekauft haben, ist unter anderem das „Kanzler-Bild“ von Andreas Gursky, ein Hauptwerk aus seiner Ausstellung bei uns im vergangenen Herbst.

Welche Rolle spielt die Familie im Museum?

BURDA: Das Haus hat aktuell mit Helmut Friedel als Intendanten einen hoch erfahrenen, professionellen Leiter. In der Tat ist das Museum aber zugleich ein Familienunternehmen im besten Sinne. Neben Patricia, die in absehbarer Zeit die künstlerische Leitung übernehmen wird, sind auch meine Stiefsöhne im kreativen Bereich tätig.

Wer inspiriert Sie am meisten?

BURDA: Meine größte Stütze ist natürlich meine Frau Elke, die meine Begeisterung für die Kunst und mein Engagement für das Haus immer getragen und geteilt hat. Vom Neubau und dem intensiven Dialog mit dem Architekten Richard Meier bis hin zu vielen Details der täglichen Museumsarbeit war und ist sie immer mit einbezogen.

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29.04.2016, 06:00 Uhr

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