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Ein Liberaler für Landshut
Der neue OB von Landshut: Alexander Putz. Foto: dpa

Ein Liberaler für Landshut

25.10.2016
  • PATRICK GUYTON (MIT DPA)

Landshut. Bis vor kurzem hätte niemand geglaubt, dass die in Bayern chronisch darbende FDP so etwas je einmal erleben darf. Doch nun ist es Realität: Die Liberalen stellen den neuen Oberbürgermeister in Landshut. Mit 63 Prozent setzte sich Alexander Putz in der Stichwahl gegen den CSU-Kandidaten und Landtagsabgeordneten Helmut Radlmeier durch, der nur 37 Prozent erreichte.

SPD und Grüne hatten sich um eine linke Machtoption gebracht. Ihre Kandidaten verfehlten im ersten Wahlgang mit 17 und 22 Prozent den Einzug in die Stichwahl. Gemeinsam hätte es gereicht. So ist zu konstatieren, dass linke Wähler dann für den FDP-Mann Putz votierten und ihn ins Amt brachten.

Der 53-jährige Liberale hatte anfangs mit manchen Nachteilen zu kämpfen. Erst im Jahr 2012 ist er in die FDP eingetreten, bis jetzt war er für die meisten Bürger ein Unbekannter. Er ist ein Quereinsteiger, ein Ingenieur, der seine eigene Baufirma leitet. Und er ist gebürtiger Österreicher – gegen die in Bayern manchmal erhebliche Ressentiments bestehen –, den es im Alter von 19 Jahren in die Isar-Stadt verschlagen hat.

Mit seiner angestrebten „Koalition der Vernunft“ und für eine „sachorientierte Politik“ konnte er die Wähler in der niederbayerischen Bezirkshauptstadt überzeugen und der CSU einen äußerst schweren Schlag versetzen. 46 Jahre lang stellten die Christsozialen ununterbrochen den Oberbürgermeister. Manchem war das eindeutig zu viel. Seit Jahren steht die Stadt vor Problemen und wird, so die Klagen der Bürger, unter ihren Möglichkeiten regiert. Landshut ist rasant in einer Dekade um 10 000 auf jetzt fast 70 000 Einwohner gewachsen, denn entgegen mancher Annahmen boomt Niederbayern. Gleichwohl sitzt Landshut auf jeder Menge Schulden, vor allem bei Infrastruktur- und Verkehrsprojekten geht nichts voran.

Angelastet wird dies vor allem der CSU-Dauerregentschaft. Bei einer Podiumsdiskussion wurde der Christsoziale Helmut Radlmeier etwa regelrecht ausgelacht und ausgepfiffen, als er versuchte, den FDP-Mann wegen seiner österreichischen Herkunft und seines Wohnsitzes nicht direkt in Landshut, sondern im Nachbarort Bruckberg madig zu machen. FDP-Landeschef Albert Duin: „Unser Kandidat wurde im Wahlkampf von der CSU scharf angegriffen: Er sei Ausländer und habe keine Kompetenz und daher auch keine Chance. Das war die Ignoranz des Starken.“ Jetzt gibt sich Radlmeier kleinlaut und meint: „Die Bürger wollten offenbar einen Wechsel.“ Im Stadtrat wird es der neue OB nicht einfach haben: Von 44 Räten ist nur einer von der FDP. Patrick Guyton (mit dpa)

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25.10.2016, 06:00 Uhr

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