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Eugen-Bolz-Gymnasium zelebrierte seinen 50. Namenstag

Ein Lied, ein Hit, eine Party

Gestern feierte das Eugen-Bolz-Gymnasium Geburtstag. Dass die Party bei einem halben Jahrhundert ein bisschen größer ausfiel, ist klar: An die tausend Gäste kamen, es gab eine veritable Kuchenschlacht und eine Hymne als Geschenk.

13.07.2012
  • katharina mayer

Rottenburg. In der Aula des Gymnasiums herrschte gestern drangvolle Enge und ständiges Gewusel. Alle Schüler, die diesjährigen Abiturienten einmal ausgenommen, hatten sich mitsamt ihren Lehrern dort versammelt. Wie es sich für ein rundes Jubiläum gehört, gab es ein Ständchen für die Schule – gleichzeitig übrigens die neue Schulhymne.

Die hätte eigentlich in einem Wettbewerb zwischen mehreren Bands ermittelt werden sollen. Aber: „Die anderen sind im gut besetzten Vorfeld ausgeschieden“, lächelt Schulleiter Horst Simschek. Und fügt hinter vorgehaltener Hand hinzu, dass das gelogen war. Es hatte sich zwar eine weitere Band beworben, die aber „aus Gründen, die man mir jetzt nicht mehr nahebringen konnte“ schlichtweg nicht antrat.

Den Kampf um die Schulhymne entschieden also die „One Hit Wonder Brothers“ des EBG konkurrenzlos für sich. Der Text geht in etwa, sofern sich das zwischen pfeifenden Mikrofonen und brummenden Boxen heraushören ließ, so: „EBG, ihr seid echt ok, go for it“. Und auch der Namensgeber der Schule taucht auf. „Eugen Bolz, der macht uns sehr stolz, Zivilcourage ist sein zweiter Name.“

Eugen Bolz, 1881 in Rottenburg geborener Politiker der Zentrumspartei, lehnte nach der Machtergreifung durch die Nationalsozialisten die Politik der NSDAP ab. Nach dem missglückten Attentat auf Adolf Hitler am 20. Juli 1944 wurde er verhaftet, vom Volksgerichtshof zum Tode verurteilt und im Januar 1945 in Plötzensee hingerichtet.

Die Erziehung hin zum engagierten, mündigen Bürger stehe im EBG im Vordergrund, sagt Schulleiter Simschek. Deswegen beschäftigten sich die Schüler in der dritten und vierten Stunde dann auch mit Projekten rund um die Themen Demokratie, Nationalsozialismus und Widerstand.

Lehrer Allen Lüdke etwa diskutierte zusammen mit einer Kollegin und einer fünften Klasse über Kinderrechte und das Grundgesetz. „Wir haben das gemacht, weil wir uns überlegt hatten, dass den Kindern relativ unbewusst ist, was die Spielregeln in Deutschland sind.“ Weit gefehlt. Nach einer gemeinsamen Erörterung des Grundgesetzes hatten viele Kinder durchaus eine Antwort auf die Frage, was da denn noch fehlt. Kostenlose medizinische Versorgung wollten sie gesetzlich verbrieft haben.

Und dass das Regelwerk ausdrücklich für alle Kinder gilt, nicht differenziert wird zwischen deutsch und nicht-deutsch. Bei den Projekten blieben Schüler und Lehrer aber nicht unter sich: „Wir haben auch Promis eingeladen“, sagt Schulleiter Simschek. Oberbürgermeister Stephan Neher zum Beispiel, den grünen Landtagsabgeordneten Daniel Lede Abal, den Dettinger Autor und früheren EBG-Lehrer Egon Gramer oder die Tübinger Jugendgemeinderätin Christine Diebold, um nur vier zu nennen. Die nahmen sich Zeit, mit den Schülern ihr jeweiliges Thema zu diskutieren.

Am Morgen hatten sich die offiziellen Gäste im Gymnasium eingefunden. Darunter auch Eugen Rupf-Bolz, der Enkel von Eugen Bolz, und Ex-Bürgermeister Winfried Löffler, Sohn jenes Schulleiters, der den Namen Eugen-Bolz-Gymnasium vorgeschlagen hatte.

Die Schüler hatten sich im Vorfeld künstlerisch mit Eugen Bolz auseinandergesetzt. 140 Porträtbilder fügten sie mit ihren Kunstlehrern zu einem zehn Meter langen Transparent zusammen. Das Bild aus den 1930er-Jahren hatten sie verfremdet und umgestaltet, gleichsam in die heutige Zeit übersetzt (siehe das Privat-Bild rechts).

Ganz jetzt und hier waren die Schüler auch in dem Moment, als Schulleiter Simschek mit dem Megafon das Kuchenbuffet eröffnete. Ein Geburtstag ohne Kuchen ist schließlich ein Unding. Also steuerte jede Klasse drei süße Kalorienbomben bei, die in Rekordzeit ihren Weg vom Buffet in die Mägen der Kinder fanden.

Ein Lied, ein Hit, eine Party
Was ein One Hit Wonder ausmacht? Ein Lied, das auf wundersame Weise zu Ruhm gelangt. Im Fall der „One HIt Wonder Brothers“ ihre Schulhymne. Bild: Sommer

Ein Lied, ein Hit, eine Party

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13.07.2012, 12:00 Uhr

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