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Ein Ohr am Bürger & mehr Ungeeignetes

Seit langem schweben mir drei Karikaturen vor. Ich bin allerdings kein Karikaturist. Deshalb muss ich sie schildern. Dabei wird sich herausstellen, wie gut es ist, dass ich kein Karikaturist bin.

09.08.2014
  • Peter Ertle

Meine Karikaturen würde kaum einer verstehen. Beziehungsweise schon, aber kaum jemand würde sie komisch finden. Vielleicht doch, der ein oder andere, sähe er sie als Karikatur. Aber erzählt – sicher nicht.

Ich erzähle sie trotzdem: Die erste Karikatur besteht aus zwei Bildern. Das erste Bild zeigt einen Menschen mit nur einem Ohr, unter dem Bild steht: „’Ich habe ein Ohr immer am Bürger‘, sagte der Politiker ...“ Das Bild daneben zeigt Menschen auf einem belebten Platz. Alle hätten ein drittes Ohr, also ein Ohr an einer dafür anatomisch nicht vorgesehenen Stelle. Unter dem Bild steht: „ ... und er hatte recht.“

Und? Nein? Naja. Weiter:

Die zweite Karikatur, die mir vorschwebt, besteht ebenfalls aus zwei Bildern. Sie sind identisch. Und zwar sieht man auf beiden Bildern einen Menschen im Blaumann, auf seiner Latzhose steht sichtbar das Wort: „Maus“. Die Bildunterschrift fürs erste Bild lautet: „Hausmeister“. Die Bildunterschrift fürs zweite Bild lautet: „Maus heißt er“.

Klar? Hausmeister – Maus heißt er. Nicht lustig?

O.K. Ich hatte angekündigt, dass es nicht jedermanns Geschmack ist. Ich bin auch kein Karikaturist.

Die dritte Karikatur hat sogar einen Titel. Er lautet: „28:7=13“. Diese Karikatur besteht aus drei Bildern. Auf dem ersten Bild steht auf der Tafel die Rechnung 28:7= . Der Lehrer steht daneben. Auf dem zweiten Bild sieht man den Lehrer gerade eine 1 rechts neben das = schreiben, auch unter der 8 steht bereits eine kleine 1. Die Bildunterschrift lautet: „Wir nehmen erst die 8, 8:7=1, Rest 1, den merken wir uns und schreiben ihn unter die 8.“ Auf dem dritten Bild schreibt der Lehrer gerade eine 3 hinter die 1 nach dem = 1 und vor der kleinen 1 unter der 8 steht jetzt eine kleine 2. Die Bildunterschrift lautet: „Jetzt ziehen wir von oben die 2 runter und erhalten 21. Jetzt teilen wir 21 durch 7 und erhalten 3, schreiben also die 3 hinter die 1. Und erhalten so: 13. Voilà: 28:7=13.“

Ich weiß, diese Karikatur ist wahnsinnig kompliziert. Man muss es regelrecht für sich selbst noch einmal nachvollziehen, auf einem Blatt Papier. Dann hat man es möglicherweise verstanden. Aber dann ist auch der Witz weg. Blöd. Patrick Schnicke vom LTT könnte einem diese dritte Karikatur am Flipchart vorrechnen, er hat so was ähnliches schon mal gemacht. Aber als Karikatur! Sehr, sehr schwer. Aufgeschrieben geht es gar nicht. Sieht man hier ja. Ich habe auch nie behauptet, Karikaturist zu sein. Ich bin von der schreibenden Zunft. Aber es gibt Dinge, die eignen sich zum Schreiben. Und andere nicht. Diese drei Karikaturen eignen sich nicht.

Insgesamt eignen sich Karikaturen nicht. Man sollte sie Sepp Buchegger überlassen.

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09.08.2014, 12:00 Uhr

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