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Jubiläumsfest der Fidelia mit großem Angebot und vielen Ehrengästen

Ein Olympiasieger feiert mit

Wenn der Tübinger Ruderverein am Sonntag 100 Jahre Tübinger Rudern feiert, dann kommt ein ganz Großer dieses Sports zum Gratulieren: Kraft Schepke, Olympiasieger 1960 in Rom mit dem Deutschland-Achter, hält die Festrede.

16.07.2011

Tübingen. 100 Jahre, nachdem der Verein „Fidelia“ in die Ruderboote gestiegen ist, wird an diesem Wochenende rund um den Neckar gefeiert. Das Festprogramm beginnt bereits am Samstagabend (17.30 Uhr) mit „Rudern an historischer Stätte“ rund um die Neckarinsel. Dabei spielen die Ruderer nach, was ihre Vorgänger immer leisten mussten, weil sie noch nicht den heutigen Komfort eines Bootshauses direkt am Neckar genossen: Wie die Vereinschronik berichtet, mussten die Boote von ihrem Lagerplatz in der Wilhelmstraße die Mühlstraße hinabgetragen werden, um dann in den Neckar gelassen zu werden.

Bereits bei dieser besonderen Aktion ist Ehrengast Kraft Schepke (Kiel) mit von der Partie. Er war 1960 Mitglied des legendären Deutschlandachters, der in Rom olympisches Gold gewann. „Es freut uns natürlich unglaublich, dass Kraft Schepke an diesem Tag mit uns feiern will und den weiten Weg aus Norddeutschland für uns auf sich nimmt“, sagt Vereinsvorstand Stefan Lottholz.

Zur Feierstunde mit Bootstaufe am Sonntag um 10 Uhr am Bootshaus in der Gartenstraße werden neben Schepke auch Tübingens Oberbürgermeister Boris Palmer sowie Johanna Kienzerle vom Landesruderverband Baden-Württemberg erwartet.

Die Bootstaufe übernimmt der Vorsitzende des Ludwigshafener Rudervereins, Winfried Ringwald, denn das Boot wird aus alter Verbundenheit „Ludwigshafen“ genannt. „Eine solche Namensgebung erfolgt nicht grundlos – schon gar nicht in unserem Jubiläumsjahr“, erklärt Stefan Lottholz.

Es sei an der Zeit, den Gründungspaten aus der Pfalz einmal Ehre zu erweisen. Denn als sich die Tübinger Vereinigung „Fidelia“ um 1910 fürs Rudern begeisterte, leisteten die Ludwigshafener sehr viel Entwicklungshilfe. Als der Neckar aufgestaut war und Rudern möglich wurde, erwarben die Tübinger vom Ludwigshafener Ruderverein zwei Boote. Ein Ludwigshafener Ruderer namens Liebe nahm es auf sich, den Tübingern den Sport zu erklären.

Liebe weckte die Liebe zum Rudern

Liebe weckte in Tübingern nachhaltig die Liebe zum Rudern. Die ersten Tübinger blieben denn auch bei der Stange, obwohl sie große Strapazen für ihren Sport auf sich nehmen mussten – nicht nur beim Transport der Boote, sondern auch bezüglich der Trainingszeiten. So griffen etwa die Männer des ersten Rennvierers um fünf Uhr morgens in die Riemen, noch vor einem zehnstündigen Arbeitstag.

Ein Olympiasieger feiert mit
Tübinger Ruderer aus der Anfangszeit in Galamontur.

Fesch sahen sie ja aus damals, jedenfalls in der Gala-Montur. Auch der „Sportsanzug“ der ersten Ruderer ist für heutige Sportler nicht mehr vorstellbar: Dunkelblaue Hose, weiße Ruderjacke, weißer Sweater, dunkelblaue Mütze mit gelb-rotem Passepoil, schwarze Strümpfe und braune Segeltuchschuhe waren Vorschrift.

Heute geht es da viel legerer zu: Auf dem Rudereinteiler prangen die Vereinsfarben Rot und Gelb auf weißem Grund, der Stoff ist atmungsaktiv und ermöglicht auch in der größten Sommerhitze das Training. Einteiler werden übrigens deshalb getragen, weil die Ruderer an normaler Bekleidung häufig mit den Händen hängen bleiben oder sich zu weite Hosen in den Rollschienen des Bootes verfangen.

Von „lächerlichem Uebersportlertum“ wollte sich die „Fidelia“ anfangs fernhalten, so formulierte es der Vorsitzende Heinrich Fischer im Oktober 1911. Trotz der einen oder anderen gewonnenen deutschen Meisterschaft und eines Weltmeisters Wolfgang Birkner – diese Grundgedanken haben bei den Tübingern noch immer Gültigkeit.

„Wettkampfsport ist in einem modernen Ruderverein einfach an der Tagesordnung. Das Schöne am Rudern ist jedoch, dass man seine aktive Karriere nicht mit dreißig beenden muss, sondern bis ins hohe Alter an Wettkämpfen teilnehmen kann“, sagt Leistungssportvorstand Nikolas Pietrzik.

Ein Olympiasieger feiert mit
Tübinger Ruderer heute beim Nachstellen des Bildes aus den Gründerjahren.

Gute Gesellschaft und gemeinschaftliche Aktionen stehen bis heute hoch im Kurs – egal, ob auf dem Wasser oder an Land. Und so wird auch am Sonntag mit allen Gästen gefeiert. Ab 11 Uhr beginnt das jährliche Sommerfest des Vereins in Kooperation mit der Kneipe „Boulanger“. Die Neckartown Jazzband bietet musikalische Unterhaltung. Um 14 Uhr beginnt das Spektakel auf dem Wasser, wenn Mannschaften aus Tübingen und von befreundeten Vereinen sich bei der eigens organisierten Jubiläumsregatta miteinander messen.

Wer dann auch Lust bekommen hat, kann sich anschließend beim Jedermann-Rudern mal selbst im Boot ausprobieren, oder einfach nur entspannt durch die Bootshallen bummeln und dabei alte oder neue Boote bestaunen.

100 Jahre Rudern in Tübingen – das Programm

Am Wochenende feiert der Tübinger Ruderverein „Fidelia“ 100 Jahre Rudern in Tübingen rund um sein Bootshaus in der Gartenstraße 180. Mit dabei ist auch Kraft Schepke, Olympiasieger von 1960 im Achter und heute stellvertretender Vorsitzender der „Stiftung Rudern“. Er hält die Festrede.

Hier das Festprogramm in der Übersicht: Samstag, 17.30 Uhr: Rudern an historischer Stätte einmal um die Neckarinsel. Sonntag, 10 Uhr: Feierstunde mit den Ehrengästen Kraft Schepke, Johanna Kienzerle (Vorsitzende des Landesruderverbands Baden-Württemberg) und Tübingens OB Boris Palmer. 11 Uhr: Sommerfest mit der Neckartown Jazzband. 14 Uhr: Freundschafts-Regatta auf dem Neckar vor dem Bootshaus 16 Uhr: Rudern für Jedermann 16 bis 18 Uhr: Stunden der offenen Tür, begehbares Bootshaus.

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16.07.2011, 12:00 Uhr

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