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Im DKW zu den Wurzeln

Ein SWR-Film erkundet Maren Kroymanns Tübinger Jugendjahre

Maren Kroymann ist die bekannteste Tübingerin im nationalen Unterhaltungsbusiness. TV- Serien wie „Klimawechsel“ und die Satireshow „Nachtschwester Kroymann“ verschafften ihr eine stattliche Fangemeinde. Kurz vor ihrem 65. Geburtstag blickt sie im Pilotfilm des neuen SWR-Formats „Heimatbesuch“ auf ihre Kindheit und Jugend in der Unistadt zurück.

04.07.2014
  • Klaus-Peter Eichele

Vor fast 45 Jahren hat Kroymann Tübingen in Richtung Berlin verlassen, und das keineswegs mit einem weinenden Auge. „Ich war froh, dass ich weg war“, sagt sie eingangs des von Stephen Zierhut inszenierten Films. „Das Enge und das Spießige haben mich erdrückt.“ Dennoch hat sie ihre schwäbischen Wurzeln nie verleugnet oder gar gekappt – schon weil Teile ihrer Familie wie Bruder Albrecht, der langjährige Landrat, bis heute hier leben. „Berlin ist mein Zuhause, Tübingen meine Heimat“, bringt sie ihre Zugehörigkeiten auf den Punkt.

Dabei sind die Kroymanns gar keine eingesessenen Tübinger. Erst kurz nach Marens Geburt ließ sich die aus Preußen stammende Familie in der Unistadt nieder, wo der Vater, ein Altphilologe, eher zufällig eine Dozentenstelle bekam. Dialekt wurde in den vier Wänden in der Münzgasse, wo die Familie residiert hat, nicht gern gehört. Schwäbisch schwätzte die einzige Tochter des Hauses daher erst viel später – in Regionalserien wie „Oh Gott, Herr Pfarrer“.

Marens Hang zum Entertainment war den Angehörigen anfangs ein bisschen suspekt. „Das erschien uns eine wacklige Angelegenheit“, erinnert sich der elf Jahre ältere Bruder Albrecht beim gefilmten Geschwistertreffen im Schwärzloch. „Und für eine Frau, dachten wir, ist in diesem Metier mit 30 sowieso Schluss.“ Wie man sich täuschen kann.

Das „Heimatbesuch“-Konzept beruht darauf, Prominente mit Orten, Menschen und Dingen aus ihrer Jugendzeit zu konfrontieren. Im Fall Kroymann beginnt das beim DKW, der alten Familienkarosse, mit der sie vom Flughafen abgeholt und durch den Schönbuch nach Tübingen chauffiert wird – auf der Strecke, die sie als Teenager mehrmals wöchentlich zum Ballettunterricht nach Stuttgart zurückgelegt hat. Weiter geht’s ans Uhlandgymnasium, wo mit Klassenkameraden Schullandheim-Erinnerungen aufgefrischt werden. Später gibt es ein Stocherkahn-Picknick mit einem frühen Verehrer, der sich in vagen Andeutungen über ihre Beziehung ergeht: „Wir sind miteinander gegangen, aber nicht so richtig.“ Kroymann ist sichtlich gerührt von diesen unverhofften Wiedersehen – als unbeteiligter Zuschauer tut man sich aber doch etwas schwer, an diesen rein privaten Begegnungen Anteil zu nehmen.

Interessanter ist Kroymanns Besuch im Zimmertheater, wo sie gleich nach dem Abitur erste Gehversuche als Schauspielerin unternommen hat, in der Ära von Intendanten-Legende Salvatore Poddine. In alten Filmaufnahmen, die Regisseur Zierhut aus dem SWR-Archiv gegraben hat, sieht man die Newcomerin spärlich bekleidet auf der Kellerbühne agieren. Auf dem Plakat des Stücks firmiert sie – noch weit entfernt vom Starruhm – als Maren Kreumann. „Das war verdammt gutes Theater, experimentell und subversiv“, bilanziert sie ihre zwei Lehrjahre an der damals weit über Tübingens Grenzen hinaus bekannten Bühne – und somit auch ein Grundstein für ihre späteren Auftritte als scharfzüngige Kabarettistin mit feministischer Schlagseite.

Am Dienstag gab es eine Premiere des Films im Landesstudio auf dem Österberg, zu der auch Kroymann anreiste. Im anschließenden Talk verteilte sie nochmals großes Lob an die Heimat: „Ich verdanke Tübingen ganz viel. Vieles in meiner Karriere wäre gar nicht denkbar ohne die Anregungen, die ich hier bekommen habe – nicht umsonst kommt Tübingen in jedem meiner Bühnenprogramme vor.“ Aber: „Es war damals wichtig für mich, wegzugehen. Berlin war die Stadt, in der ich mich beruflich verwirklichen konnte.“

Ob sie mit bald 65 nicht doch an eine Rückkehr denkt, wollte Studioleiter Andreas Narr noch wissen. „Ich bin wirklich gern in Tübingen“, erwidert Kroymann, „aber nach drei Tagen muss ich wieder weg.“

Info „Heimatbesuch – Maren Kroymann und ihr Tübingen“ wird am Freitag, 4. Juli, um 21 Uhr im SWR-Fernsehen gezeigt.

Ein SWR-Film erkundet Maren Kroymanns Tübinger Jugendjahre
Maren Kroymann trifft im Stocherkahn ihren Jugendschwarm aus den 60ern, Schulfreund Georg Eckle. Bild: SWR

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04.07.2014, 12:00 Uhr

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