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Volleyball-Bundesliga

Ein Schaden für die Liga

Da waren’s nur noch elf… Kaum hatte es die Volleyball-Bundesliga (VBL) hingebracht, mit zwölf statt wie zuletzt mit zehn Mannschaften zu spielen, da entzieht sie kurz vor Ende der Hinrunde dem VC Dresden die Lizenz. Und das, nachdem schon vor der Saison der Moerser SC und Haching – zwei ehemalige Deutsche Meister und Pokalsieger – aus finanziellen Gründen sich aus der Bundesliga abgemeldet haben.

13.12.2014
  • Tobias Zug

„Das ist für die Liga ein Imageschaden“, sagt Daniel Mey, Manager des TV Rottenburg. Und für einen Verein wie den TVR auch ein wirtschaftlicher Schaden. Denn dem entfallen jetzt Einnahmen aus dem Heimspiel, das in der Rückrunde hätte ausgetragen werden sollen. Wie viel das etwa sind, will Mey nicht sagen: „Über Zahlen sprechen wir nicht, aber es tut uns schon weh.“ Entgegengerechnet stehen da nur die Kosten für das Spiel vor drei Wochen im 560 Kilometer entfernten Dresden, das jetzt sportlich auch wertlos war: alle Spiele des VC Dresden wurden annulliert.

Gerade in dieser Saison wollte die VBL die Bundesliga und damit die Sportart Volleyball aufwerten. Mit einem neuen Logo. Mit einem sogenannten Masterplan, in dem die Vereine aufgefordert werden, hauptamtliche Managementstrukturen aufzubauen, die Liga zentral vermarktet wird, die Medienpräsenz erhöht werden soll. „Für den Volleyball ist der Fall Dresden ganz mies“, sagt Jörg Papenheim. Der 40-Jährige war neun Jahre lang Manager des TV Rottenburg, ist dies seit dieser Saison beim Ligakontrahenten VCO Berlin und ist Vize-Präsident der VBL. So undurchsichtig und dubios der Fall auch ist: Das Beispiel VC Dresden zeigt, wie schwierig und auch fragil es sein kann, einen Volleyball-Klub in der Bundesliga zu halten. Papenheim formuliert es so: „Volleyball ist eine Sportart, in der man mit relativ wenig Einkommen relativ viel Einfluss nehmen kann.“ Sind im Fußball 300 000 Euro vielleicht ein Kleinbetrag, „kann man im Volleyball damit am großen Rad drehen und zumindest regional großen Niederschlag finden.“

So waren beim VC Dresden nicht etwa wirtschaftliche Gründe ausschlaggebend für den Insolvenzantrag und damit den Lizenzentzug. Sonst hätte der Klub schon beim Lizenzierungsverfahren nicht die Spielerteilung bekommen. Persönliche Animositäten seien ausschlaggebend gewesen zwischen dem Stammverein und der ausgegliederten Spielbetriebs GmbH um die beiden Geschäftsführer Matthias Broda und Jan Pretscheck. Sponsoren sollen Verträge gekündigt haben, weil Unterschriften in einem Kooperationsvertrag gefehlt haben. „Wenn solche Dinge passieren, da hilft das beste Lizenzierungsverfahren nicht“, sagt Papenheim.

Ähnlich ist auch der Fall des Moerser SC. Der war abhängig von einer Person, dem Unternehmer und Vereinsgründer Günter Krivec, der den Klub finanzierte und führte wie ein Patriarch. Dann fielen zwei Sponsoren aus dem Pharmabereich weg – und der Pharmazeut Krivec, der jahrzehntelang Geld in den Klub steckte, zog das Team aus der Bundesliga zurück. „Ich fürchte, dass manche die Volleyball-Bundesliga als Spielplatz benutzen, bei denen es um etwas anderes als den Sport geht“, sagt Papenheim.

Auch der TV Rottenburg kämpft jährlich um die Bundesliga-Lizenz. Vor einem Jahr noch drastisch mit der „Aktion K(l)assenerhalt“, als er um Spenden sammelte. „Damals habe ich das als Außenstehender grandios gefunden, wie viele Leute und Geld da mobilisiert wurden“, sagt Daniel Mey, der in dieser Saison die Nachfolge von Jörg Papenheim angetreten hat. „Es ist jedes Jahr eine neue Herausforderung, das Ganze zu stemmen“, sagt Mey, „wir sind da auf die breite Masse der Sponsoren angewiesen.“ Und auch auf eine gute und vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen Stammverein und Volleyball GmbH.

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13.12.2014, 12:00 Uhr

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