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Ein Euro, ach komm, 50 Cent!

Ein Spaziergang über den ersten Entringer Garagenflohmarkt

Kleinere und größere Stände über den ganzen Ort verteilt, Harfenmusik, bummelnde Menschen, strahlender Sonnenschein – der Entringer Straßenflohmarkt am Samstag war ein schönes Erlebnis.

20.10.2014
  • Fabian Renz

Entringen. „Da muss ich nachschauen, meine Tochter Olivia macht die Buchhaltung“, sagt Yvonne Maier-Borst und verschwindet in den Tiefen ihrer Garage, vorbei an einem Winterreifen und einer Kiste mit Faschingskleidern. Als sie mit einem Zettel in der Hand zurück kommt, liest sie vor: „Also, wir haben heute schon verkauft: Mathebücher, eine Sitzbank, Spiele, einen Roman und Schmuck. Läuft also ganz gut.“

Ähnlich ging es am Samstag Dutzenden anderen Entringern, die ihren ganzen Krempel kurzerhand vor die Tür stellten, unter dem Motto: „Entringen macht Flohmarkt“. Kinderspielzeug, Nachttischlampen, Fußballtrikots, Staubsauger – an den Straßenrändern, in den Garagen und Vorhöfen gab es kaum etwas, was es nicht gab. Dazu traumhaft schönes Wetter, Harfenmusik, spielende Kinder.

„Toll!“, befand eine ältere Damen, während sie sich aufgehängte Mäntel anschaute. Zuerst habe es sie gestört, dass die einzelnen Stände so weit über den ganzen Ort verstreut seien. „Aber dann habe ich gemerkt: Das ist gerade das Schöne. Man läuft durch sein Dorf und nimmt es ganz anders wahr als sonst.“ Innenhöfe, Vorgärten, Kellereingänge, an denen man sonst achtlos vorübergeht, wurden plötzlich zur Ausstellungsfläche.

Der Hof vor der Scheune von Uwe Breitmaier war so ein Beispiel: Auf meterlangen Tischen stellten er und seine Nachbarin alles aus, was Keller und Dachboden so hergegeben hatten: „Die Gelegenheit wollten wir nutzen, um mal einiges loszuwerden“, erzählte Breitmaier. Es würde zwar Jahre dauern, um das alles zu verkaufen, gab er lachend zu, „aber hier, die 3D-Brille, die bekommen Sie für einen Euro, ach komm, für 50 Cent!“.

Auf einem Schild in der Ortsmitte konnten die Verkäufer ihren Standort eintragen, locker 50 Adressen standen dort. Alle hundert Meter saßen Kinder hinter aufgestellten Tischen, Mütter boten Kaffee und Kuchen an, Spaziergänger bummelten entspannt durch die Gässchen. Ausgedacht hatte sich das Ganze die Begegnungsstätte Ammerbuch, als Teil einer Veranstaltungsreihe mit dem Namen „Kunst und Krempel“, die auch Lesungen, Tanzstunden und eine Veranstaltung zur „Kunst des schwäbischen Frühstücks“ umfasst.

Die Bummler wie die Standbetreiber fanden die Idee auf jeden Fall toll. „Das kann man ruhig öfter machen“, sagte Uwe Breitmaier. Und schob nach: „Nehmen Sie die 3D-Brille jetzt?“

Ein Spaziergang über den ersten Entringer Garagenflohmarkt
Kinderspielzeug, Lampen, 3D-Brillen: Uwe Breitmaier (hinten in der Mitte) war einer von vielen Entringern, die am Samstag den Garagenflohmarkt nutzten, um Keller und Dachboden mal so richtig zu entrümpeln. Bild: Renz

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20.10.2014, 12:00 Uhr

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