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1853 begann die Kreissparkasse in der Wilhelmstraße

Ein Standort im Wandel der Zeit

REUTLINGEN (uk). “150 Jahre Kreissparkasse Reutlingen — Standort: hier“ unter diesem Motto beging die Kreissparkasse Reutlingen 2003 ihr Firmenjubiläum. Die Sparkasse hatte sich für das Jubeljahr einiges einfallen lassen. Jubiläumsfeste an allen größeren Niederlassungen, Konzerte, Ausstellungen und als besondere Highlights: eine Galavorstellung des Circus Barum und Literaturnobelpreisträger Günter Grass als „Autor im Gespräch“.

18.02.2003
  • Uschi Kurz

„Diese Anstalt ist nicht auf Spekulation gegründet, es liegt ihr nur die Absicht zugrunde, zum Sparen zu veranlassen und Gelegenheit zu geben, das Ersparte sicher und nutzbringend anzulegen . . .“ so wurde 1853 im Reutlinger Amts- und Anzeigenblatt die Eröffnung der Oberamtssparkasse angekündigt, die nicht nur die Bürger zum Sparen anhalten, sondern mit den Spareinlagen auch die Existenzen der ortsansässigen Unternehmer sichern wollte.

An diesem Selbstverständnis, meinte Vorstandsvorsitzender Eugen Schäufele als er gestern das Jubiläumsprogramm vorstellte, habe sich seither nichts geändert. „Wir konzentrieren uns auf die Region“, dadurch könne man schneller auf Veränderungen reagieren als große auswärtige Bankinstitute, erläuterte er ein Erfolgskonzept, das nun schon 150 Jahre funktioniere.

Angefangen hatte es 1853 in der Wilhelmstraße, wo Sparkassier Johann Kaspar Enßlin in seiner Wohnstube die ersten Geldgeschäfte abwickelte. Die erste Jahresrechnung zum 1. Januar 1854 wies Einlagen in Höhe von 52 000 Gulden und Ausleihungen von 33 000 Gulden aus.

Das „Wohnstubenbanking“ dauerte immerhin bis 1898 als in der Schulstraße die neu erstellte Oberamtssparkasse bezogen wurde. Dort blieb die Verwaltung bis 1932 die neue Hauptstelle der Sparkasse auf dem Grundstück des früheren Gasthauses „Goldener Ochsen“ am Marktplatz eingerichtet wurde.

Einen bedeutenden Wandel für die Sparkassen-Geschäfte brachte die Einführung des Giroverkehrs im Jahr 1918 mit sich. Der Geschäftsanfall stieg, die Oberamtssparkasse bekam ihre ersten Zweigstellen in Pfullingen und Eningen. Dieser Ausbau wurde stetig fortgeführt, mittlerweile ist der Landkreis von einem flächendeckenden Netz von insgesamt 96 Zweigstellen überzogen.

Die letzte tief greifende Änderung kam mit der Kreisreform von 1973 durch den Zusammenschluss der Kreissparkassen Reutlingen und Münsingen, sie brachte der Kreissparkasse einen Bilanzsummenzuwachs von rund 100 Millionen Mark, insgesamt stieg die Bilanzsumme damit auf über eine Milliarde Mark. Beim 125-jährigen Jubiläum 1978 war die Bilanzsumme bereits auf 1,4 Milliarden Mark geklettert, die Mitarbeiterzahl auf 582 angestiegen.

50 Jahre später, bei einer jährlichen Bilanzsumme von 3,7 Milliarden Euro, beschäftigt die Kreissparkasse 891 Mitarbeiter. „Unsere Arbeitsplätze sind sicher“, betonte Schäufele, auch in strukturschwachen Gebieten. Und obwohl aus dem Wohnstubenbanking längst das homebanking geworden ist (20 Prozent der Kunden wickeln ihre Bankgeschäfte online ab), will die Sparkasse weiterhin an der örtlichen Nähe zum Kunden festhalten.

Ein Standort im Wandel der Zeit
Altes Gebäude der Kreissparkasse Reutlingen in der Schulstraße

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18.02.2003, 12:00 Uhr

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