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Über die Anschluss-Probleme einer Tübingerin

Ein Techniker. Ein Techniker zu Frau Kramer, bitte!

Maria Sofie Kramer mag gemeinsame Wanderungen, geht gerne zu Bridge-Turnieren, meist wird sie dazu per Telefon oder Rundmail eingeladen. Auch spricht sie über Skype regelmäßig mit ihren Enkeln und Nichten. Zumindest bis zum 17. Oktober.

05.11.2016
  • Moritz Hagemann

An diesem Tag wollte die Telefónica Germany GmbH & Co. OHG ihren O2 DSL Anschluss „auf eine moderne, zukunftssichere Anschlusstechnik“ umstellen. Am Tag der Umstellung könne es zu Problemen kommen, schrieb der Anbieter. Schön wär’s!

Statt der Umstellung gab’s die Abschaltung. Bis heute: kein Internet, kein Festnetztelefon, nichts funktioniert. „Viele Freundinnen denken schon, dass ich im Urlaub bin“, sagt sie. An ihrem Telefon meldet sich sofort eine Stimme vom Band. Seit 19 Tagen. Bei den Tübinger O2-Shops in Neckar- und Ammergasse sei die 67-Jährige schon zweimal vertröstet worden, der telefonische Kundenservice hilft ebenfalls nicht.

Weil die Rentnerin gleich neben unserer Redaktion wohnt, schaue ich mir die Sache vor Ort an. Das ist jetzt auch schon zehn Tage her. Kein Fehler zu sehen. Es wäre auch verwunderlich, wenn die umtriebige Rentnerin, die mit der modernen Technik doch vertraut wirkt, die Kabel falsch eingesteckt hätte. „Ich mache den Computer normalerweise morgens an und abends aus“, sagt sie.

Nächster Anlauf also ist die Telefónica-Pressestelle – am 25. Oktober. Warteschleife gibt’s da keine. Kein Problem, sagt mir ein Mitarbeiter: Email schicken, Adresse der Kundin nennen und einen Tag später soll eine Antwort im Postfach sein. „Wir kümmern uns darum!“, wird mir versprochen. Und siehe da: Eine Antwort erhalte ich nie, dafür aber Frau Kramer ein neues Modem. Doch auch damit funktioniert nichts. Keine Mail, kein Rückruf und keine Verbindung bei Frau Kramer. Ein Bekannter habe sogar dasselbe Problem. „Da muss halt mal jemand vorbeikommen!“, fordert die 67-Jährige, „eine Sauerei“ sei das. Eine treffende Bezeichnung.

Erst am Mittwoch sucht Kramer nochmal den O2-Shop in der Ammergasse auf. Es geht was! Sie solle in den nächsten 48 Stunden immer bei ihrem Modem bleiben, O2 werde sich melden und alles einrichten. Zu früh gefreut. Sie wisse gar nicht, was sie noch machen solle. Und ich ehrlich gesagt auch nicht.

Am Donnerstag schickte ich eine letzte Mail an Telefónica. Es muss ein Techniker das Problem vor Ort lösen! Und an alle Freundinnen von Maria Sofie: Nur ihr DSL-Anschluss hat sich in den Urlaub verabschiedet, die Wohnungsklingel ist schon noch da.

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05.11.2016, 01:00 Uhr

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