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Ein ganzer „Tatort“ steht im Stau
Ulrike Folkerts hat Spaß beim Improvisieren. Foto: dpa
Fernsehen

Ein ganzer „Tatort“ steht im Stau

Bei seinen „Tatorten“ wagt der SWR Neues: Im Fall aus Ludwigshafen lässt er die Darsteller improvisieren.

28.01.2017
  • GUDRUN SOKOL

Stuttgart. Natürlich darf ein öffentlich-rechtlicher Sender nicht allein auf die Quote schielen. Das betont SWR-Intendant Peter Boudgoust einmal mehr bei der Programmvorstellung für das Jahr 2017. Trotzdem pflegt man seine Quotengaranten. Dazu gehört unbestritten der „Tatort“. Und hier wagt der SWR Neues.

Einen „Improvisations-Tatort“ hat der Sender erstmals produziert. Der Krimi „Babbeldasch“ (26. Februar) spielt in Ludwigshafen und hat Hauptdarstellerin Ulrike Folkerts sichtlich Spaß gemacht. Es gibt kein festes Drehbuch, keine ausgefeilte Handlung, keine fertigen Dialoge. Vorgeschrieben ist nur die grobe Richtung, die Figuren sollen sich entwickeln. Neben professionellen sind Laien-Darsteller im Spiel.

„Ich muss keinen Text lernen und nicht wissen, wer der Mörder ist“, freut sich Folkerts. Und: „Ich muss nicht so tun, als wüsste ich es nicht“, sagt die 55-Jährige, „ich weiß es tatsächlich nicht“. Das sei für sie eine völlig neue Art zu arbeiten, „wahrhaftiger“.

Stuttgart dreht in Freiburg

Inwieweit es mit der Echtheit beim nächsten Fall aus Stuttgart funktioniert, wird sich zeigen. Die Folge hat – typisch für die tatsächliche Verkehrssituation in der Landeshauptstadt – den Titel „Stau“. Dorthin ist der Täter geflohen und dort muss er gefasst werden, weil er sonst weg ist. Also spielt fast die ganze Folge im Stau. Und weil die Dreharbeiten auf einer der Hauptverkehrsadern der Stadt nicht in Frage kamen, wurde die Stuttgarter Weinsteige nachgebaut. In einer Messehalle in Freiburg. Vierspurig. Mit Sperrholz, Pappe und Gummi. Allein die Stadt-Silhouette soll im Nachhinein eingefügt werden.

Derweil wird der „Tatort Schwarzwald“, der tatsächlich in Freiburg spielt, längst abgedreht sein. Die Augen der Zuschauer dürften hier vor allem auf einen gerichtet sein: Harald Schmidt, der den Dezernatsleiter spielt. Ob der einstige Late-Night-König und spätere „Traumschiff“-Kreuzfahrt-Direktor auch „ernst“ kann?

Spannender ist freilich die Frage, ob Freiburg nach den tatsächlichen Morden und Überfällen der vergangenen Monate noch als Idyll im Dreiländer-Eck mit Münster, Bächle und badischem Wein durchgehen mag.

Gudrun Sokol

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28.01.2017, 06:00 Uhr

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