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Ein kleiner Fehler kann die Medaille kosten
Viola Brand mit ihrer Mutter und Trainerin Heike. Foto: Rainer Lang
Hallenradsport-WM

Ein kleiner Fehler kann die Medaille kosten

Viola Brand aus Schorndorf gehört zu den großen Hoffnungen im Einer der Frauen.

02.12.2016
  • RAINER LANG

Schorndorf. Sie hatte selbst nicht mehr so recht daran geglaubt, dabei zu sein. Aber Viola Brand hat es geschafft – mit eiserner Disziplin. Obwohl sich die 22 Jahre alte Kunstradfahrerin aus Schorndorf-Miedelsbach im Mai drei Mittelfußknochen gebrochen hatte, ist sie jetzt eine der deutschen Medaillenhoffnungen bei der Hallenradsport-WM im Einer der Frauen.

Verpassen wollte Brand die vom Weltverband UCI ausgerichtete Weltmeisterschaft mit rund 160 Teilnehmern aus 18 Nationen auf keinen Fall. Denn diese ist für die Schorndorferin ein Heimspiel. Vom heutigen Freitag bis Sonntag wird sie in der Stuttgarter Porsche-Arena ausgetragen – nach 2010 zum zweiten Mal.

Kunstradfahren steht bei Familie Brand im Mittelpunkt. Violas älterer Bruder Manuel hatte einst damit begonnen. Schon mit fünf Jahren sei die kleine Schwester aufs Kunstrad geklettert, habe aber mit dem Fuß das Pedal am tiefsten Punkt noch nicht erreichen können, erinnert sich Mutter Heike. Sie ist zugleich die Trainerin ihrer Tochter im heimischen Verein in Backnang-Unterweissach – einer Hochburg des Kunstradsports in Deutschland. „Ich habe gemerkt, dass Viola großes Talent hat“, sagt ihre Mutter. Als der Trainer im Verein absprang, übernahm sie den Posten.

Wer an der Spitze mit dabei sein will, müsse etwa 20 Stunden pro Woche trainieren, sagt Tochter Viola. Und dies tut sie seit ihrem sechsten Lebensjahr. An Wochenenden stehen meist Wettkämpfe auf dem Programm. „Außer an Weihnachten gibt es von August bis Ende Januar für mich kein freies Wochenende“, betont die Sportlerin. Aufs Ausgehen mit Freunden musste sie schon immer verzichten. „Ich kenne es nicht anders“, sagt sie.

Inzwischen studiert Viola Brand im dritten Semester an der Uni Hohenheim Ernährungsmanagement und Diätetik. Dies sei ein Spagat, räumt sie ein. Ideal war es dagegen für sie in den 22 Monaten davor als Sportsoldatin bei der Bundeswehr.

Nachdem sie bei den Junioren 2012 EM-Erste wurde, kam sie bei der WM 2015 auf den vierten Platz. Viola Brand will ihre „Kür gut durchfahren“. Dann wäre ihr eine Medaille sicher. In der fünfminütigen Kür gilt es, 30 Übungen fehlerlos zu präsentieren, wie beispielsweise den Handstand auf dem Lenker. „Ein kleiner Fehler dabei kann die Medaille kosten“, sagt Heike Brand. Auf jeden Fall fiebert in Stuttgart die ganze Familie mit. Rainer Lang

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02.12.2016, 06:00 Uhr

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