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Wie der neue Geschäftsführer die Stadthalle auf Kurs bringen will

Ein neuer Aufbruch

„Es ist ein neuer Aufbruch, aber wir stehen nicht am Anfang“, sagt der neue Stadthallen-Geschäftsführer Klaus Krumrey. Was er gestern an ehrgeizigen Plänen präsentierte, sah aber ganz nach Aufbauarbeit von unten aus.

14.06.2012
  • uschi kurz

Reutlingen. Am Montag hat der Aufsichtsrat der Stadthallen GmbH Klaus Krumrey als Nachfolger von Volker Schmidtke bestellt. Gestern stellte sich Krumrey im Rathaus der Öffentlichkeit vor – und dabei gleich eines klar: „Ich bin nur ein Interimsgeschäftsführer. Es soll ja wieder ein richtiger Geschäftsführer kommen.“

Wie berichtet, war Krumrey bereits in der Planungsphase der neuen Stadthalle als Berater tätig. Mit dem ersten Spatenstich zog er sich aber zurück. Umso mehr hat es den Ruheständler überrascht, als die OB im April anrief und gesagt habe: „Wir könnten Verstärkung gebrauchen.“ Drei Tage in der Woche hat der Karlsruher seither im Auftrag der Stadt (nicht der Stadthallen GmbH, wie er betont) in Reutlingen gearbeitet und rasch bemerkt, dass seine Hilfe dringend gebraucht wird. Und jetzt nimmt er die Fäden für die Vermarktung der neuen Halle ganz in die Hand. Damit die in einem halben Jahr in einen vernünftigen Betrieb gehen kann, will der Krisenmanager nun Folgendes vorantreiben:

Sein Personal- und Technik-Team „sachgerecht“ aufbauen. Momentan verfügt er über achteinhalb Stellen. Dringend nötig sei ein zusätzlicher, im Projektmanagement erfahrener Mitarbeiter. Insgesamt glaubt Krumrey, mit etwa 13 festen Stellen auszukommen – sieben weniger als dies sein Vorgänger für erforderlich hielt. Bei Bedarf, so der Veranstaltungsexperte, könne man projektbezogen Fachkräfte hinzuziehen.

Die Betriebsabläufe strukturieren und in einem Handbuch so transparent darstellen, dass alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, aber auch die Veranstalter, das Procedere nachvollziehen können.

Für besonders wichtig erachtet Krumrey eine aktive Akquise vor allem im Kongress-, Tagungs- und Seminarmarkt. Der kulturelle Bereich, sagt der Geschäftsführer auf Zeit, sei in Reutlingen ohnehin stark ausgeprägt. Für das künstlerische Profil baut Krumrey auf die Zusammenarbeit mit dem Kulturamt.

Als konkreten nächsten Schritt nennt Krumrey nun die Entwicklung eines Betriebskonzepts mit programmatischen Inhalten. Man wolle einen „Mix aus Veranstaltungen“ gerieren: Die Halle für alle soll gefüllt werden mit Kultur bis Wirtschaft. Ferner will Krumrey sofort die bisherigen Optionskunden vertraglich binden. Auch eine nachhaltigere Öffentlichkeitsarbeit strebt er an. „Da kann man wesentlich emotionaler agieren“, ist er überzeugt. Sein Ziel: Die Stadt, die Mitarbeiter und die Kunden, alle sollen sich mit der neuen Stadthalle identifizieren können.

Auch die Fertigstellung des Baus will der Interims-Manager intensiv begleiten. Schon vor Jahren, bei seiner ersten Berater-Tätigkeit in Reutlingen, hatte er eine Liste mit notwendigen Ausrüstungsgegenständen erstellt. Kosten: rund 1,8 Millionen Euro. Diese „Krumrey-Liste“ hat immer noch Gültigkeit.

Ein neuer Aufbruch
Der Krisenmanager für die Stadthalle, Klaus Krumrey, präsentierte sich gestern beim Pressegespräch zupackend und optimistisch zugleich.

Neben der Entwicklung eines ganzheitlichen Veranstaltungsmanagements, bei dem der Betreiber „Gastgeber und Dienstleister in einem ist“, liegt dem Interimsgeschäftsführer Klaus Krumrey vor allem auch Nachhaltigkeit der Veranstaltungen am Herzen. Er sei bereits daran, einen Umweltleitfaden zu entwickeln, der von Menschenrechten über umweltfreundliche Energie bis hin zur Bevorzugung regionaler Produkte reicht. Da erwartet die Kunden auf dem Tisch statt der Hochglanzbroschüre Recyclingpapier und statt des Kugelschreibers ein Bleistift. Ziel ist es, für die Stadthalle das weltweit anerkannte Green Globe-Zertifikat zu erhalten.

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14.06.2012, 12:00 Uhr

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