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Einblick in
Schleckers
Vermögen
Anton Schlecker vor dem Gerichtsgebäude. Foto: Foto
Prozess

Einblick in Schleckers Vermögen

2008 besaß die Familie Immobilien für 48 Millionen Euro und 7 Millionen Euro in Wertpapieren.

05.04.2017
  • DPA

Stuttgart. Im Bankrottprozess gegen die Familie Schlecker hat eine Zeugenvernehmung Aufschluss über das Vermögen des Drogeriemarkt-Clans gegeben. Der Zeuge, ein früherer Schlecker-Steuerdirektor, offenbarte zwar Wissenslücken und sagte oft, er sei nicht zuständig gewesen. Deutlich wurde aber, dass Anton Schlecker während des Niedergangs der Firma immer höhere Schulden aufnahm, die Familie aber materiell gut da stand. Schlecker haftete persönlich für seine Firma, seine Familie nicht. Die Staatsanwaltschaft wirft Anton Schlecker vor, mehr als 25 Mio. EUR an seine Frau Christa sowie seine Kinder Lars und Meike verschoben und dem Zugriff der Gläubiger entzogen zu haben.

Laut einem Dokument, das der Zeuge 2008 erstellt hat, hatten Schleckers Ehefrau und Kinder damals Immobilien im Wert von 48 Mio. EUR und Wertpapiere über 7 Mio. EUR. Dieses Vermögen dürfte aus Sicht der Staatsanwaltschaft ein Beleg sein, dass die Schlecker-Angehörigen finanziell gut bedacht wurden, obwohl der Konzern schon in Schieflage war. Zum Vermögen der Schleckers kamen bis zur Pleite noch weitere Millionen hinzu, zum Beispiel bezogen Meike und Lars 2011 laut Gerichtsdokumenten 7 Mio. EUR als Gewinnausschüttung aus der Logistikfirma LDG.

Wusste Schlecker schon damals, dass seine Firma kaum noch zu retten war? Der Zeuge schüttelte den Kopf.

Ein Knackpunkt ist, wie gestern berichtet, die Rolle der Logistikfirma LDG, die den Schlecker-Kindern gehörte. Ihr Vater soll für Logistik-Dienstleitungen viel zu hohe Preise gezahlt haben. Laut Staatsanwaltschaft tat er dies, um Geld aus dem Konzern an seine Kinder zu verschieben und somit der drohenden Pleite zu entziehen. Die Verteidigung bestreitet die Vermögensverlagerung an die LDG.

Der Zeuge sagte, zu den LDG-Preisen wisse er nichts, verwies aber auf einen anderen Prokuristen. Der wiederum wurde auch als Zeuge geladen, schickte aber ein Krankheits-Attest. Nun erwägt der Richter einen Vor-Ort-Besuch bei dem hoch betagten Schlecker-Vertrauten. dpa

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05.04.2017, 06:00 Uhr

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